Jaja, ich weiss, lange nix geschrieben. Stimmt, aber ich hab echt keine Zeit im Moment. Im Büro ist echt viel zu tun, der Spanischunterricht kostet Zeit und schliesslich hat man auch noch ein
Privatleben. Ich mache echt viele Ausflüge und so ist in der letzten Zeit die Blogpflege viel zu kurz gekommen. Aber das möchte ich nun wieder ändern und hier ist der Anfang.
Einige Sonntage ist es nun schon her, die Sonne scheint, es ist warm, Ausflugszeit. Ab in den Trooper und auf nach Mojanda. Das ist eine Bergregion auf über 4000m Höhe, bekannt für ihre schönen
Bergseen und für schlechtes Wetter. Also PanAm nach Norden bis Otavalo, links abgebogen und rauf auf den Berg. Alles bei bestem Wetter. Immer höher ging es hinauf, eine Strasse kann man es nicht
mehr nennen, es ist eine ziemlich buckelige lehmige Piste. An etlichen Stellen halb abgerutscht oder durch Bergrutsche verstellt. Aber alles kein Problem, dank dem Trooper. Oben noch um eine Ecke
und da war es dann auch, das schlechte Wetter. Gerade noch der schönste Sonnenschein, jetzt Regen. Und das entsprechend der Höhe, eiskalt. Nett ausgesehen hat es trotzdem.
Es hat offensichtlich schon eine ganze Weile geregnet, denn diese Pflanze ist wohl eigentlich ein Leben oberhalb der Wasseroberfläche gewöhnt.
Aber das mit dem Regen kann auch ganz reizvoll sein. Die dicken Tropfen auf diesen Blättern sehen doch echt super aus.
Das perlt so schön, ich frage mich, ob das der Lotusblumeneffekt ist. Naja, wie schon gesagt, warm war es nicht, geregnet hat es in Strömen und mit meiner Regenjacke ist irgendein Zöllner unterwegs. Also ist aus der geplanten Wanderung nur ein kleiner Spaziergang geworden. Ruckzuck war ich durchnässt und mir war kalt. Also: „Hasta luego, Mojanda“ Ich hab mich aus dem Staub gemacht.
Da es aber noch früh am Tag war, hat es mich nicht direkt wieder nach Quito gezogen und so habe ich mich für einen kurzen Abstecher nach Otavalo entschieden. Otavalo ist ein Städtchen, in dem vorwiegend Indianer wohnen. Die leben einerseits vom Kunsthandwerk, andererseits davon, dass sie als Musikanten durch die Welt reisen und in den Fußgängerzonen mit ihren Panflöten die Leute in die Geschäfte scheuchen (na ja, die kommen nicht alle aus Otavalo, ich glaube Peru entsendet noch mehr von den Brüdern).
Wie auch immer, Otavalo ist ein hübsches Städtchen mit einem imposanten Rathaus in feinstem kolonialen Baustil und bestens restauriert.
Auf dem zentralen Platz kann man das Haupt und den Ehrfurcht gebietenden Blick von Ruminahui bewundern.
Das ist ein berühmter Sohn der Stadt. Ich glaube, der war mal ein großer Kämpfer gegen die Spanier. Sein Name begegnet einem auf Schritt und Tritt. Was einerseits daran liegt, dass man einen der Vulkane südlich von Quito (direkt neben dem Cotopaxi) nach ihm benannt hat, andererseits liegt es auch daran, dass es eine Restaurantkette gibt, die seinen Namen trägt: Los Ceviches de Ruminahui. Ceviche ist eines der ecuadorianischen Nationalgerichte. Meist wird es mit Meeresfrüchten angerichtet, die in einer Sosse aus Zitrone, Petersilie und anderem Grünzeug schwimmen. Alles in allem eine kalte saure Suppe mit Schrimps. Ich finde es nicht besonders lecker.
Dann hab ich diese charmanten alten Damen gefunden.
warum gucken die denn so verträumt? Und dann gab es jede Menge blaue Ponchos und weiße Hosen zu sehen. Dazwischen Blumen, rote Rosen.
Aha, eine indianische Hochzeit.
Mannomann, eigentlich sind die viel zu jung zum heiraten. Insbesondere der Bräutigam sah sehr jung aus, gerade mal volljährig - wenn überhaupt. Aber bitte sehr, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Die traditionellen Trachten waren jedenfalls sehr hübsch anzuschauen. Ich drück mal die Daumen, dass die beiden glücklich miteinander bleiben.
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