Mittwoch, 16. april 2008

So, Hand auf’s Herz, wer erkennt auf diesem Bild was wieder?

Richtig! Der Typ mit dem blauen Shirt, das bin ich, das war verhältnismäßig einfach. Aber es gibt noch was, das man wieder erkenn könnte. In dem Artikel „Endlich wieder im Sattel“ sind wir genau an dieser Brücke umgekehrt. Und damals habe ich angekündigt, die Tour noch mal zu radeln, dann aber bis zum Ende in Puembo. Also habe ich dieses Rad gemietet,

habe mir eine fitte Mitradlerin gesucht und auf ging’s, zunächst bei schönstem Sonnenschein. Bis zu der Brücke waren es gut 20 km, das kennt ihr aber alles schon. Und nach kurzem Anstieg kamen dann auch die ersten Tunnel in Sicht. Zunächst eine Serie kurzer Tunnel.

Dann kam aber die Herausforderung. Ein echt langer Tunnel. Stockfinster. Wie man sieht, bin ich unbeschadet auf der anderen Seite angekommen.


Im Tunnel war es dermaßen dunkel, dass man Schwierigkeiten hatte nicht gegen die Tunnelwand zu fahren. Die ganze Zeit musste man die Ohren aufsperren und lauschen, ob irgendwelcher Gegenverkehr unterwegs ist. Da haben auch die vereinzelten Gucklöcher nicht geholfen, sie waren aber eine gute Gelegenheit, die Aussucht zu genießen.


Von der anderen Seite des Canyons sieht das so aus.

Am Ende des Weges in Puembo steht noch der alte Bahnhof – wir erinnern uns: die Strecke ist eine ehemalige inzwischen umgebaute Bahnstrecke. Der Bahnhof ist noch gut erhalten, man kann sich aber vorstellen, wie einfach hier alles ist. Mehr als ein Holzhütte ist da nicht drin.

Nach einer kleinen Rast haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Durch die Tunnel abwärts ist übrigens noch spannender als aufwärts. Und als wir noch etwa 10 km vom Ausgangspunkt entfernt waren, hat das Äquatorwetter das gemacht, was man von ihm erwartet. Pünktlich zum Nachmittag haben sich die Himmelsschleusen geöffnet und es fing an zu regnen. Und wenn es hier regnet, dann richtig,

Ungefähr 10 Minuten später war der Radweg in einen Fluss verwandelt (alles war so nass, dass der Fotoapparat im Rucksack bleiben musste). Wir waren zwar schon klatschnass, haben uns aber trotzdem lieber untergestellt. Nach einer guten halben Stunde war das Schlimmste vorüber und weiter ging’s. Zum Ende der Tour gab es dann noch das hier zu sehen:

Tomate de Arbol – Baumtomate. Eine Frucht, die es hier haufenweise im Supermarkt zu kaufen gibt. Es wächst am Baum (wer hätte das gedacht bei dem Namen?) und wenn man es aufschneidet, sieht es tatsächlich aus wie eine Tomate. Der Geschmack ist auch ähnlich, allerdings süßer und das Fruchtfleisch ist deutlich fester. Ich find’s mäßig lecker, aber als Saft, mit etwas Honig gesüßt, schmeckt das echt super.

Dann war die Tour auch schon wieder zu Ende. Etwa 60 km, ein paar hundert Höhenmeter. Scheinbar bin ich inzwischen gut an die Höhe angepasst, es ging ganz locker.

Achja, beinahe hätte ich es vergessen: letztes mal 25 Moskitostiche, diesmal keiner Dank chemischer Keule.


... und ich vermisse mein Cube! Ganz schrecklich!!!

von Wolfram
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