Nachdem ich am Freitag mit Marco und ein paar anderen Leuten die Nacht ziemlich übel durchgezecht habe, habe ich mich nach meinen samstäglichen Einkäufen mit den Mexikanern getroffen, die
ihrerseits noch viel verkaterter waren. So haben wir den ganzen Samstag Nachmittag abgehangen, Kaffee getrunken und gegessen.
Also war ich am Sonntag wieder fit für neue Abenteuer. Da ich keine Verabredung hatte und die Mexikaner noch immer verkatert waren (vielleicht auch schon wieder, ich weiss nicht, wie die den
Samstag Abend beendet haben), habe ich mich allein auf den Weg in den Bosque Protector Pasocha gemacht. Das ist ein Naturreservat mit einem vollständig unberührten Nebelwald, in dem es zu
dieser Jahreszeit vor Orchideen nur so wimmeln soll. Also, rein in den Trooper und zunächst ab in den Stadtverkehr von Quito.
Es ging durch etliche Dörfer, bis dann hinter Selva Alegre, etwa 40 km südöstlich von Quito, die Zivilisation endet. Ab hier konnte man es nicht mehr als Straße im eigentlichen Sinne
bezeichnen.
Und allerspätestens ab hier war ich wirklich froh im Trooper zu sitzen.
Genau das richtige Gefährt für diese Strecke. Und da es inzwischen angefangen hatte zu regnen (ich hab' mich inzwischen fast dran gewöhnt, dass es jeden Tag regnet), wurde es noch ordentlich
glitschig. Vom Fahrersitz aus sieht das dann so aus:
Dann im Reservat angekommen, gibt es zunächst ziemlich viel Wasser in flüssiger Form zu sehen. In Form von Regen gab es das zwar schon die ganze Zeit, aber so dahinplätschernd war es doch viel
anmutiger.
Dann hat der Nebelwald gezeigt woher er seinen Namen hat.
Jaja, ich weiss, auch der Nebel besteht aus Wasser im Aggregatzustand "flüssig". Aber irgendwie ist es ja doch noch anders als die Bäche und der Regen. Wenn der Nebel den Blick auf die Lanschaft
freigab, hatte man tolle Landschatsformen zu bestaunen.
Das Geographenherz schlägt höher. Und auch die Vegetation hat ordentlich was zu bieten. Dies hier sah aus wie ein Baum, in dem lauter Jukkapalmen wachsen.
Aber sowas gibt es doch bestimmt nicht. Und so muss das wohl was anderes sein. Die im Reisführer angepriesenen Orchideen haben sich erfolgreich vor mir versteckt. Die einzige Blüte, die ich gesehen
habe, sah so aus...
... und hing mit zahlreichen Kollegen an einem grossen Busch. So meine lieben Biologen, Hobbybiologen und Ökologen: ist das eine Orchidee? Ich weiss es nicht, bin daher für Hinweise dankbar. Dann
habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht. Und diese kleinen Sträßchen können echt eng werden, wenn einem ein Bus entgegen kommt.
Kurz nachdem ich den Rückweg angetreten habe, hat dann auch der Regen aufgehört. Die Luft war jetzt ganz klar und die Wolkendecke hat sich sehr weit nach oben verzogen. Zusammen mit dem Abendlicht
war das die perfekte Voraussetzung für diesen atemberaubenden Anblick des Pichincha.
Die beiden Gipfel sind nur knapp unterhalb 5000 m. Der höhere von beiden hat noch rege vulkanische Aktivität. Der Schnee, den man oben sieht, hat absoluten Seltenheitswert. Ich war vollständig
überwältigt. Schade nur, dass es so geregnet hat, ich werde aber auf jeden Fall nochmal hinfahren, wenn das Wetter besser ist. Vielleicht sieht dann der Trooper hinterher auch nicht so aus.
Und dann mache ich mich auf die Suche nach den Orchideen und nach den ebenfalls vorhandenen Wasserfällen.
Neueste Kommentare