Freitag, 29. februar 2008
Der aufmerksame Leser meines Blogs hat schon mitbekommen, dass ich mich das ein oder andere Mal über das Wetter, speziell über den ständigen Regen mockiere. Aber das Wetter ist hier wirklich bescheiden. Meine Kolleginnen sitzen in den dicksten Jacken im Büro und jammern "Que frio, que frio", die Kollegen drücken es etwas unsanfter aus, liegen mit "Puta, que frio!" aber noch weit oberhalb des sprachlichen Niveaus, das ich von einigen spanischen Kollegen aus der guten alten Zeit bei Quam gewohnt bin.

Naja, hier in Quito geht es noch. Es ist zwar kalt (an schlechten Tagen wird es "nur" 16°), aber in der Stadt gibt es keine weiterreichenden Probleme, da es aber in den Häusern keine Heizungen gibt, kommt es einem echt kalt vor. Schlechter sieht es allerdings auf dem Lande aus. Der ständige und übermässige Regen führt zu Überschwemmungen und zu Erdrutschen. Und so doof es sich anhört, das ist mit ein Grund, weshalb in diesem Blog so wenige Ausflüge vorkommen. Ausserhalb Quitos sind viele Strassen gesprerrt, man kommt schlecht weg. Und selbst wenn man besser weg käme, so kann man sich besseres vorstellen, als bei strömendem Regen über den Indomarkt in Otavalo zu marschieren oder am Strand zu liegen.

Richtig schlimm ist es jedoch an der Küste. Dort stehen weitreichende Landsstriche unter Wasser. Ich habe  ein entsprechendes Bild bei einer bekannten Zeitung aus Süddeutschland geklaut, weil ich halt selbst nicht hinkomme um zu fotografieren:

guayas-Kopie-1.JPG

Und auch andere Ziele, die mich anziehen, sind derzeit unerreichbar. Es ist kalt, also will man zu den Thermalquellen nach Papallacta, geht nicht, Strasse überschwemmt. Ok, dann halt nach Baños, soll auch schöne Thermalbäder haben und ein ausgezeichnetes Mountainbikerevier sein. Geht auch nicht: der Vulkan Tungurahua dreht durch und Baños ist teilweise evakuiert und für Touristen tabu. Aber da muss ich unbedingt hin, denn solche Bilder will ich auch mit eigenen Augen sehen:

tungurahua-Kopie-3.jpg

Auch kein wirklicher Spass, denn Menschn verlieren dort ihre Häuser, ihre Existenz und bislang 15 Menschen sogar ihr Leben.

Also bin ich momentan ziemlich an Quito gefesselt. Wenn ich meine Kollegen frage, wann das Wetter besser wird, wird fleissig mit den Schultern gezuckt. Die Regenzeit sei im Mai vorbei, versichert man mir, dann spätestens sei es vorüber. Und bis dahin halt : "Puta, que frio!"

von Wolfram
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