Also zunächst dachte ich ja, ich hab’ nix zu berichten vom Wochenende. Ich hab’ keinen Ausflug gemacht, kein Sight Seeing und keine schönen Fotos gemacht, nichts also, was von einem Entdeckungsreisenden erwartet. Hmm, aber was hab’ ich dann gemacht? Hatte ich ein langweiliges Wochenende?
Am Freitagabend war ich bei Marco. Der hatte die Bude voll, weil er in seinen Geburtstag hineingefeiert hat. Es gab jede Menge Bier und Whiskey. Alle waren besoffen – ich auch. Mir wurde es dann etwas unheimlich, als sein muskelbepackter Kumpel Jorge mir immer mehr auf die Pelle gerückt ist. Er meinte, er könne mir alles zeigen in Ecuador und ich brauche mich um nichts zu kümmern. Dabei hat er mich sehr seltsam angeguckt. Bin dann ein paar Zentimeter abgerückt, er hat die Lücke sofort wieder geschlossen. Unter einem Vorwand habe ich mich zu wem anders gesetzt. 2 Minuten später war Jorge verschwunden und wurd nicht mehr gesehen. Gegen 2:00 hat mich dann Juan Simon heimgefahren, sturzberunken. Also nicht nur ich, auch Juan Simon - au Backe.
Am Samstag war ich beim Essen. Habe mich mit Santiago, seiner Freundin, seiner Stieftochter und Oliviér (einem Franzosen) mittags in einem Fischrestaurant getroffen. Boah ejh, war das lecker. Erst gab's überbackene schwarze Muscheln, dann eine Fischsuppe mit Bananenkloessen. Echt unglaublich gut. Zum Nachtisch dann noch ein Eis mit frischen Erdbeeren und Schokosoße. Danach haben wir Santiagos Freundin samt Sohn abgesetzt und haben uns am Büdchen (hier sagt man, beim Nachbarn) ein paar Fläschen Bier gekauft. Damit haben wir uns auf Santiagos Dachterrasse gesetzt, als der Regen kam sind wir in sein Wohnzimmer verzogen. Gegen 21:00 waren wir dann hackenstramm und Oliviér hat mich heimgefahren. Besoffen Autofahren gehört hier wohl zum guten Ton. Alles in allem ein unglaublich relaxter Tag.
Am Sonntag bin ich nach dem Aufstehen erstmal zum Laufen in den Parque Carolina. Dann auf zu Fernando, meinem Spanischlehrer. Der hatte auch lecker gekocht. Es gab Fisch (er hat mir auf Spanisch ganz ausführlich erklärt, was für Fisch das war, ich hab's aber nicht kapiert. - war nicht schlimm, er hat super geschmeckt) mit Reis, Paprika, Zwiebeln und Papas fritas (Pommes), zum Nachtisch Kuchen. Dann kam noch noch ein Freund von Fernando vorbei. Ein Deutscher, der mit seiner kolumbianischen Frau in Quito lebt. Er macht irgendwelche Geschäfte, ich glaub ich will nicht ganz genau wissen, was für welche. Wir haben dann zu dritt den Hund ausgeführt und ein paar Bierchen geschlürft. Ende vom Lied: schon wieder angeschickert.
Kurzum, das ganze Wochenende bestand nur aus Essen, Saufen und nette Menschen treffen. Ich fürchte nach meiner Rückkehr muss ich erstmal eine Leberkur machen und zehn Pfund abspecken, wenn das hier so weiter geht. Also langweilig kann man es jedenfalls wirklich nicht nennen.
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