Mittwoch, 13. februar 2008
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Es ist soweit, der Alltag hat mich vereinnahmt. Ich stehe morgens auf, gehe zur Arbeit, mittags in die Kantine (nein es gibt dort keine Meerschweinchen) oder ins nah gelegene
Einkaufszentrum zum Essen, dann wieder arbeiten, später Feierabend, dreimal pro Woche zum Spanisch (aber in mein Gehirn passt nix mehr rein). Es ist Dienstag und ich freue mich auf das
Wochenende. Also wenn das kein Alltag ist, dann weiß ich auch nicht.
Naja, ein paar Dinge sind schon anders als in München. Beispielsweise diese Aussicht auf dem Weg ins Büro.
Da das Wetter sich deutlich gebessert hat, zeigt sich der Pichincha endlich inklusive Gipfel. Ich will da rauf!!! Und damit werde ich nicht mehr lange warten. Ein paar Meter weiter noch mal der
Blick zum Gipfel, leider verstellt ein Bürohaus das Panorama.
Einmal um die Ecke gebogen und der Blick auf das Haus, in dem ich arbeite, wird frei. Mein Büro ist im 11. Stock.
Hinter der Mauer zur Rechten ist übrigens der Kundenparkplatz. Wenn ich dann oben angekommen bin, fahre ich meinen Rechner hoch. Das dauert eine Weile. Also gucke ich solange aus dem Fenster, was
sollte ich sonst auch tun, und sehe die Avenida La Republica stadteinwärts entlang. Das sieht ungefähr so aus.
Wenn mich mittags der Hunger plagt - und das tut er täglich - gehe ich meistens in die Kantine. Da ich aber am Sonntag etwas melancholisch gestimmt war und das am Montag noch immer anhielt, hatte
ich Sehnsucht nach heimatlichen Gefühlen. Also bin ich zum Essen zur Casa Humboldt gegangen, ist ja nur 5 Minuten. Dort ist die Asociacion Humboldt ansässig. Weshalb die hier nicht, wie im Rest der
Welt auch einfach Goethe Institut heißen, hab' ich noch nicht herausgefunden, kann sein, weil Alexander auf seiner großen Expedition Anfang des 18 Jh. sich hier in der Gegend besonders intensiv
umgesehen hat. Jedenfalls vermitteln die schon mit dem Schild draußen jede Menge deutsches Lebensgefühl.
Drinnen wollte ich nicht fotografieren. Ansonsten gäbe es hier jetzt Bilder von Kartoffelsuppe, Gulasch mit Reis und Brokkoli sowie von einem Stück Nusskuchen. War sehr lecker. Dazu das Gequatsche
der deutschen Lehrerinnen, die gerade Pause machten, da ging es mir schon viel besser. Dann habe ich noch in der Wirtschaftswoche gelesen, dort wurde mir erklärt, dass es mit der Weltwirtschaft
rapide bergab geht, zunächst werden meine in Aktien angelegten Ersparnisse wertlos und dann verliere ich meinen Arbeitsplatz, so war dort zu lesen - also mein Name stand nicht drin, aber in etwa so
es war dort zu lesen. Da hab' ich mich schon wieder ganz heimisch gefühlt.
Auf dem Weg zurück ins Büro bin ich dann noch an einem Gebrauchtwagenhandel vorbei gekommen und hab dort dieses tolle Exemplar entdeckt.
So einen wollte ich schon immer - und dann auch noch mit den originalen Scheinwerfern. Zum Glück hatte der Händler gerade Mittagspause, sonst hätte ich meine Ersparnisse wohl gleich an Ort und
Stelle vor den Tücken und Gefahren der Rezession gerettet.
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