Montag, 28. januar 2008
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Der Hotspot ist schon wieder offen, wäre super, wenn das jetzt dauerhaft so bliebe. Es tolles, ereignisreiches Wochenende ist vorbei. Nachdem ich am Samstag in den Genuss der wunderbarsten
Gastfreundschaft gekommen bin, war ich heute mit den Mexikanern und drei ecuadorianischen Kolleginnen am Mitad del Mundo - dem Mittelpunkt der Welt.
Zunächst sind wir zu einem erloschenen Vulkan gefahren. Oben war es total nebelig. Aber die Mädels und der Loneley Planet waren sich einig: unten im Krater leben Menschen, dort ist eine richtige
Siedlung. Wir haben aber nichts gesehen.
Nachdem die Mexikaner allen anwesenden Souvenirhändlern noch einen schönen Geschäftstag beschert haben, klarte es dann für ein paar Minuten auf. Und siehe da, ein paar hundert Meter weiter unten am
Kraterboden gibt es tatsächlich eine Siedlung, die Leute betreiben Ackerbau und Viehzucht.
Dann ging's zum Äquator. Als waschechter Geograph habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, direkt neben dem Schild zu posieren.
Das war wirklich am Äquator, trotzdem waren ausser uns kaum Touristen anwesend, was wir einem französischen Grafen zu verdanken hatten. Der hat nämlich im Jahre 1736 den Äquator vermessen, hat
dafür Ruhm und Ehre geerntet und das metrische System in Südamerika eingeführt - Wow. Allerdings hatte der arme Kerl im Gegensatz zu den Besserwissern heutzutage kein GPS und hat sich um ein paar
hundert Meter vertan. Auf dem Bild unten sieht man obern rechts eine Kugel. Das ist die Spitze des Monumentes, das man dort errichtet hat, wo der Franzose den Äquator bestimmt hat. Ich finde trotz
Messfehler, eine enorme Leistung im 18. Jh..
Wie gesagt Touristen an dieser Stelle Mangelware. Aber dafür habe ich mein erstes Lama getroffen. Wir haben noch versucht es etwas zu ärgern, damit es seinem Ruf alle Ehre erweist und spuckt. Hat
es aber nicht, nichtmal als ich es ihm vorgemacht habe. Mich hat es trotzdem sehr an Kapitän Haddock's Erlebnisse an ähnlicher Stelle erinnert.
Dann gab es dort noch einen etwas niedrig geratenen Turm. Den haben wir erklommen und hier bin ich nun mit den Mexicanos. V.l.n.r: ich, Joaquin, Pedro, Arturo.
Dann ging es weiter zum Monment. Drinnen gib es ein ethnologisches Museum. Aufgeteilt nach den vier ecuadorianischen Grosslandschaften Galapagos, Costa, Sierra und Oriente kann man sehen, wie die
Menschen dort lebten (vielfach heute noch sehr traditionell), sich kleideten und was sie so taten. Leider ist es nicht gestattet innen zu fotografieren. Sonst könntet ihr hier noch einen
Schrumpfkopf bewundern. Sowas haben die Indios im Oriente nämlich früher gemacht. Und nun weiss ich auch endlich, warum sie das gemacht haben. Die wollten nämlich ihre Ruhe. Darum haben sie ihren
erschlagenen Feinden die Köpfe abgehauen und aufwändig zu Schrumpfköpfen verarbeitet. Die wurde dann auf Stangen gespiesst und in den offenen Häusern aufgestellt. Kam dann ein Fremder des Weges und
hat bei einer Sippe besonders viele Schrupfköpfe gesehen, ist er lieber gleich wieder abgehauen, um das Risiko zu vermeiden, die Sammlung zu ergänzen. Und so hatten die braven Indios ihre Ruhe -
tolle Sache.
Jetzt waren wir schon an diesem touristischen Ort, da hatte man nur die Wahl sich über die ganzen Leute und den Klamauk zu ärgern oder einfach alles mitzumachen. Wir haben uns für die zweite Option
entschieden. Und so ist dieses Foto entstanden. Rechter Fuss auf der Südhalbkugel, linker auf der nördlichen. Leider musste ich nicht auf's Klo, also konnte ich nicht nachsehen, in welcher Richting
das Wasser abfliesst.
Und weil wir uns ja auf den ganzen Rummel eingelassen haben, konnten wir auch noch diese fidelen Tänzer bewundern, die zu der fröhlichen Musik einer Andenkombo mit ihren farbenfrohen Kostümen
tanzten. Mein Lieblingsinstrument, die Panflöte *kotz* war natürlich mit von der Partie. Jader, der schon mal in der Münsteraner Einkaufsstraße unterwegs war, weiss wovon ich rede.
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