Mittwoch, 6. februar 2008

Ich werd bekloppt, kein einziger Hotspot, der das Hochladen auch nur eines Bildes tragen wuerde, ist offen - und das seit Tagen. Also wieder ins Papaya.net, Mist - alle Plaetze belegt. Hab ein paar andere Internetcafes probiert, aber die hatten alle Verbindungsprobleme. Also bin ich erstmal was essen gegangen und nun ist endlich ein Platz frei. Eigentlich fuehle ich mich schon als Stammkunde, warum halten die mir nicht einfach einen Platz frei?

Naja, viel passiert ist nicht. Hier war Karneval, also war Montag und Dienstag frei. Da hier das Wetter die vergangene Woche dermassen schlecht war, steht nun halb Equador unter Wasser. Hier in Quito ist das schon wieder vorbei und war auch nicht schlimm, aber an der Kueste hat der Praesident den Notstand ausgerufen. Die Bilder im Fernsehen und in den Zeitungen sahen auch echt nicht gut aus. Daher musste mein Ausflug an die Kueste, den die Mexikaner geplant hatten, ausfallen.

Den groesseren Teil des langen Wochenendes habe ich dann in oder zumindest nahe meiner Wohnung verbracht. Ich weiss nicht was es war, aber irgend was ist meinem Magen nicht so gut bekommen. Vieleicht war es der Pisco, den ich sofort probieren musste, als ich ihn auf der Getraenkekarte eines kleinen Restaurants erspaeht habe. An den hat ja auch mein Freund Kapitaen Haddock beste Erinnerungen (ist der alte Whiskytrinker auch mal an seine Grenzen gestossen), da wollte ich nicht nachstehen. Das Restaurant sebst war ganz nett. War dort mit Marco, einem Kollegen. Hat eine ganz tolle Aussicht ueber die Altstadt von Quito, das Restaurant, nicht Marco. Da es aber ganz und gar nebelig war, sah es ungefaehr so aus:











O.k., ich hatte garkeinen Fotoapparat dabei und kann derzeit ohnehin keine Bilder hochladen. Wenn ich aber ein Foto gemacht haette und es hochladen koennte, dann saehe es wohl genau so aus.

Ich hoffe, ihr lest alle fleissig weiter, auch wenn es gerade keine Fotos gibt. Das aendert sich sicherlich ganz bald wieder - versprochen.

Hmm, in einigen meiner letzten Artikel habe ich immer wieder Kapitaen Haddock als Referenz verwendet. Fuer diejenigen unter euch, die ihn nicht so gut kennen, habe ich recht einen Link zur Wikipedia Seite "Tim und Struppi" eingefuegt. Ich kann jedem nur das aufmerksame Studium saemtlicher Baende ans Herz legen. Man lernt fuers Leben.

von Wolfram
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Montag, 4. februar 2008
Ach jetzt hatte ich mich so ueber den Triumpf ueber den Zoll gefreut. Und als ich heute das erste mal die Sportsachen nutzen wollte, um eine Runde durch den Park zu laufen, faellt mir auf, dass meine Pulsuhr weg ist, der Brustgurt ist noch da - viel Spass damit, du diebischer Zoellner.

Beim Laufen hat mich dann die duenne Hoehenluft erwischt. Bei mir gibt es direkt einen grossen Park, Parque Carolina. Da bin ich eine Runde rumgelaufen. Meiner Schaetzung nach sind das 4 - 5 km, also nicht wirklich viel. Ich war schneckenlangsam, meine Lunge hat geschmerzt und als ich endlich wieder in meiner Wohnung war, musste ich mich erstmal hinlegen. Das bleibt aber unter uns, denn im Buero hab ich die Tage zuvor immer angegeben wie Bolle, dass mir die Hoehe hier nix ausmacht. Jetzt hab´ ich den Salat.

Leider habe ich heute keinen offenen Hotspot gefunden, sitze daher mal wieder im Papaya.net, in der ueberlauten Flimmerkiste kommt Fussball. Schade, dass ich keine Fotos hochladen kann, denn ich war im Supermarkt einkaufen und hab ein paar Fotos gemacht. Naja, kommen die halt in den naechsten Tagen hierher.
von Wolfram
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Samstag, 2. februar 2008
Triumpf auf  ganzer Linie, ich hab'  meine Tasche. Und hier das Beweisstück, das Zertifikat für das Santiago, Pollito und ich tagelang gekämpft haben:

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Ging dann gestern eigentlich ganz einfach.  Mal wieder zur geliebten Zone 4, der  Schrieb lag  schon abholbereit da.  Kurz in  den Copyshop  nebenan, der lebt wohl von so  'nem Quatsch, fünf Kopien des dreiseitigen Dokumentes gemacht: 40 Centavos, mein Pass solange als Pfand in der Zone 4. Dann  alle Kopien leserlich mit Namen und Passnumer versehen, unterschreiben. In Zone 4 eine Kopie gegen meinen Pass getauscht.

Dann: eine Station, die ich noch nicht kannte, wir mussten einen Uniformierten abholen, keine Ahnung  wie die Zone hiess. Mit ihm dann in die Lagerhalle, wo meine  Tasche wartet. Das geht mir alles zu glatt, ich werde nervös.  Ich frage Santiago, was als nächstes passiert. Taschendurchsuchung meint er, vergleichen, ob Liste und Inhalt identisch sind. Ach du Scheisse, fällt mir in dem Moment ein, dass ich kurz vor Abflug noch ein Deo und ein Duschgel in die die Tasche geschmissen  habe. Lande ich jetzt  in einem verlausten ecaudorianischen  Knast, wegen einer Flasche Duschgel und  'nem Deostick? Mir sackt das  Herz in die  Hose, ich sage aber nichts.

Im  Lager angekommen, zahle ich erstmal 10$ für die Aufbewahrung, das juckt mich schon garnicht mehr. Nun, so erklärt Santiago, geht es in das internationale Terminal des Flughafens, dort gäbe es dann die Durchsuchung. Eine Kopie bleibt im Lager, wir zischen los. Ich darf meine Tasche selber zeihen. Da ich aber die ganze Zeit nur an Deo und Duschgel denke, fühle ich mich an das Leben des Brian erinnert "jeder nur ein Kreuz bitte". Aber ich sage weiterhin nichts. Der Uniformierte lächelt mich freundlich an, ich so gut wie möglich zurück. Ob die mir das Duschgel mitgeben, wenn es in den Kanst geht, frage ich mich.

Im internationalen Terminal angekommen, müssen Santiago und Pollito draußem bleiben. Mist denke ich, ich hätte wenigstens Santiago bitten sollen, die deutsche Botschaft anzurufen. In der Sciherheitszone wimmelt es vor Uniformträgern. Zwei junge Damen - die Uniformröckchen und die hübschen Beine darunter nehme ich trotz Angst vorm Knast noch war - nehmen mich in ihre Obhut, weil die Uniform, die mich begleitet hat, dringend eine rauchen muss. Vorher gibt er den beiden Damen noch jeweils eine Kopie meines Zertifikates, es gibt ja genug davon, dann geht er weg.

Jetzt muss ich meine Tasche in so ein Röntgengerät stecken. Es wird gescreent und ich sehe auf dem Monitor in aller Pracht mein Deo und das Duschgel, ich lächele verlegen und denke, alles aus. Mit Tasche und den beiden Damen in deren Büro, alle lächeln. Die eine Dame wendet sich ihrem Fernseher zu, die andere fängt an lauter Stempel auf irgendwelche Papiere zu klopfen, auch aud meine,.Der Raucher kommt zurück, es sei alles klar, meint die Stemplerin und ich kann gehen. Keine Sau hat sich die Inhaltsliste überhaupt angesehen.

Draussen falle ich Santiago und Pollito in die Arme, sie freuen sich mit mir. Von Duschgel und Deo brauchen die aber nie was zu erfahren. Ich bin nur froh, dass diese Sache endlich vorbei ist!




von Wolfram
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Freitag, 1. februar 2008
Heute war es soweit, Santiago – der Jurist, der mir mit meiner Tasche helfen soll, die der Zoll nicht rausrücken will – meinte, es sei an der Zeit zum Zoll zu fahren und die Tasche zu holen. Sein Freund, Pollito (der heißt eigentlich Nelson) betreibt eine Agentur zur Unterstützung in Zollangelegenheiten wisse genau, was zu tun sei.

Also morgens um neun ins Taxi, 20 min später sitzen wir in Pollitos Büro, das in direkter Nachbarschaft zum Zoll liegt. Pollito ist ziemlich dick, was seinen Spitznamen (Pollito = Küken) nicht gerade erklärt, aber er ist bester Laune. Er checkt noch mal alle Papiere, befindet sie für gut und ab geht’s zum Zoll in die Zone 1. Dort angekommen müssen wir trotz Pollitios bester Verbindungen erstmal warten. Nachdem wir eine Weile gewartet haben, checkt einer der Zollbeamten aus Zone 1 die Papiere, meint dann aber, wir seinen falsch und müssen in die Zone 4. Also auf zur Zone 4, die befindet sich zum Glück im gleichen Gebäude. Naja, im Gebäude ist übertrieben. Die Zollbeamten sind im Gebäude, für die Kundschaft gibt es da keinen Zutritt, nichtmal für Pollito, dafür gibt es Fenster mit Löchern, durch die man sprechen kann. In Zone 4 checkt man nun erneut die Papiere und meint, es fehle noch eine Bescheinigung der Airline, dass sie mein Gepäck nicht mitnehmen konnten, weil das Flugzeug voll war und es deshalb an eine andere Airline weitergeben mussten. Meinen Einwand, dass das aber mit der Realität nichts zu tun, erstickt Santiago im Keim, bloß nix sagen, sonst wird’s wirklich schwierig meint er.

Alles kein Problem meint Pollito und feixt, er kenne da jemanden bei der KLM, der uns ohne Probleme so ein Dokument ausstellt. Santiago und ich bekommen den Namen genannt, Pollito verschwindet in sein Büro und wir machen uns auf den Weg zur KLM. Dort angekommen sagt man uns, für Cargo Angelegenheiten seinen sie nicht zuständig. Das mache alles ihr Partner und dort sei auch der Typ zu finden, den uns Pollito ans Herz gelegt hat. Also noch mal 500m Wanderung und wir sind am richtigen Gebäude. Dort sitzt eine unfreundliche Schrapnelle am Empfang und meint, besagter Typ sei nicht zu sprechen, wir können aber warten. Da wir von dem anhaltenden Regen vollständig durchnässt sind, machen wir es uns im Wartebereich bequem und hoffen etwas zu trocknen. Als die Schrapnelle mal kurz weg ist, macht Santiago den entscheidenden Schritt, er fragt noch mal das gleiche bei der Kollegin. Die sagt, kein Problem, der Typ sei zwar nicht da, aber unser Anliegen könne auch eine andere Kollegin bearbeiten. Man öffnet uns die Durchgangstür und wir werden erstmal mit Besucherausweisen ausstaffiert und von einer jungen Dame überall befingert, die meinen eine Leibesvisitation sei schon erforderlich – hat auch gar nicht weh getan. Dann ins Obergeschoss zu Diana. Eine charmante und  sehr attraktive junge Frau. Sie schaut sich alle Papiere an, bleibt dann bei meiner Liste mit dem Inhalt der Tasche stecken. Ich sei wohl sehr gesund, wenn ich soviel Sport mache. Kann sein, meine ich, aber wenn ich noch viel durch den Regen latschen muss, bestimmt nicht mehr lang. Santiago und Diana flirten. Erst werde ich ein kleines bisschen eifersüchtig, dann denke ich mir, egal, wenn’s der Sache nützt. Nützt es auch, wenige Minuten später haben wir das erwünschte Dokument.

Damit dann wieder in das Büro von Pollito, mit ihm gemeinsam in die Zone 4. Alle Papiere noch mal gecheckt, ich fange an mich auf meine Tasche zu freuen. Aber dann meint die alte Zimtzicke aus Zone 4, sie bräuchte noch unbedingt mein Ticket, mit dem ich eingereist bin, hab’ ich aber nicht mehr. Ich hab einen Stempel vom Zoll im Pass, der sagt, wann und wo ich eingereist bin, ich habe eine Bescheinigung der KLM, mit welchem Flug ich gekommen bin, ich habe zusätzlich die von Diana ausgestellte Bescheinigung, aber das ist alles nicht genug, das Ticket soll her. Santiago sieht, wie mein Blutdruck steigt, gibt einen kräftigen Knuff in die Rippen, ich bleibe also ruhig. Pollito sagt, alles kein Problem, er kennt da wen, den Chef von Zone 4, der heißt auch Santiago. Wir also zu ihm hin. Er guckt sich alles an und meint schließlich, er tut uns einen riesigen Gefallen. Tut er auch und weist die Zimtzicke an, das auch ohne Ticket zu akzeptieren. Die findet das nicht so toll, wir sollen um 15:00 wiederkommen, dann habe sie alles fertig, sagt sie. Wir dampfen ab mit dem Gefühl des Triumpfes, es ist inzwischen 12:00, also nur drei Stunden bis hierher, gute Laune macht sich breit. Abschied von Pollito und mit dem Taxi in die Firma.

Kurz vor drei hole ich Santiago ab, Taxi, Flughafen, Pollitos Büro, Zone 4, alles schon Routine. Mist - die Zimtzicke ist nicht da aber ihre Kollegen meinen, die kommt gleich. Also warten wir. Im Regen. Meine Füße waren noch nicht vom Vormittag wieder getrocknet und nun fing ich an, immer mehr an Dianas Worte ob der Gesundheit zu zweifeln. Nach 45 Minuten kommt sie, die Zicke, sagt sie müsse uns nun noch ein Dokument ausfertigen, damit wir die Tasche bekommen. Also fängt sie an zu tippen. Der Brief ist vorgefertigt, muss nur an zwei Stellen mein Name eingetragen werden. Das schafft sie in noch mal 45 Minuten, ich bin total durchgefroren und nass. Dann ist der Brief fertig. Naja, fast, fehlt noch die Unterschrift von irgend so einem Obermacker. Leider ist der in einem Meeting, aber in 20 Minuten wieder da. Wir nutzen die Zeit um im Zolllager nach meiner Tasche zu sehen. Überall Freunde von Pollito, also alles kein Problem. Ich sehe meine Tasche, sie sieht unversehrt aus. Wir bekommen noch die freundliche Auskunft, dass ich 10 Mücken für die Aufbewahrung zahlen muss, aber anfassen darf ich sie im Moment noch nicht.

Nach 20 Minuten wieder in die Zone 4. Dummerweise war das Meeting etwas kürzer, der Obermacker also entwischt. Pech, meint die Zicke, aber morgen um 10:00 wäre sicher die Unterschrift drauf, wir sollen dann wiederkommen. Pollito feiert als hätte er die Fußball WM gewonnen, Santiago sieht seinen nächsten Arbeitstag flöten gehen und ich bin willenlos vor Ohnmacht.

Also geht die Geschichte morgen in die nächste Runde. Ob das die letzte bleibt, wage ich nicht anzunehmen.
von Wolfram
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Montag, 28. januar 2008
Der Hotspot ist schon wieder offen, wäre super, wenn das jetzt dauerhaft so bliebe. Es tolles, ereignisreiches Wochenende ist vorbei. Nachdem ich am Samstag in den Genuss der wunderbarsten Gastfreundschaft gekommen bin, war ich heute mit den Mexikanern und drei ecuadorianischen Kolleginnen am Mitad del Mundo - dem Mittelpunkt der Welt.

Zunächst sind wir zu einem erloschenen Vulkan gefahren. Oben war es total nebelig. Aber die Mädels und der Loneley Planet waren sich einig: unten im Krater leben Menschen, dort ist eine richtige Siedlung. Wir haben aber nichts gesehen.

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Nachdem die Mexikaner allen anwesenden Souvenirhändlern noch einen schönen Geschäftstag beschert haben, klarte es dann für ein paar Minuten auf. Und siehe da, ein paar hundert Meter weiter unten am Kraterboden gibt es tatsächlich eine Siedlung, die Leute betreiben Ackerbau und Viehzucht.

krater.JPG

Dann ging's zum Äquator. Als waschechter Geograph habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, direkt neben dem Schild zu posieren.

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Das war wirklich am Äquator, trotzdem waren ausser uns kaum Touristen anwesend, was wir einem französischen Grafen zu verdanken hatten. Der hat nämlich im Jahre 1736 den Äquator vermessen, hat dafür Ruhm und Ehre geerntet und das metrische System in Südamerika eingeführt - Wow. Allerdings hatte der arme Kerl im Gegensatz zu den Besserwissern heutzutage kein GPS und hat sich um ein paar hundert Meter vertan. Auf dem Bild unten sieht man obern rechts eine Kugel. Das ist die Spitze des Monumentes, das man dort errichtet hat, wo der Franzose den Äquator bestimmt hat. Ich finde trotz Messfehler, eine enorme Leistung im 18. Jh..

Richtig-und-falsch.JPG

Wie gesagt Touristen an dieser Stelle Mangelware. Aber dafür habe ich mein erstes Lama getroffen. Wir haben noch versucht es etwas zu ärgern, damit es seinem Ruf alle Ehre erweist und spuckt. Hat es aber nicht, nichtmal als ich es ihm vorgemacht habe. Mich hat es trotzdem sehr an Kapitän Haddock's Erlebnisse an ähnlicher Stelle erinnert.

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Dann gab es dort noch einen etwas niedrig geratenen Turm. Den haben wir erklommen und hier bin ich nun mit den Mexicanos. V.l.n.r: ich, Joaquin, Pedro, Arturo.

Los-Mexicanos.JPG

Dann ging es weiter zum Monment. Drinnen gib es ein ethnologisches Museum. Aufgeteilt nach den vier ecuadorianischen Grosslandschaften Galapagos, Costa, Sierra und Oriente kann man sehen, wie die Menschen dort lebten (vielfach heute noch sehr traditionell), sich kleideten und was sie so taten. Leider ist es nicht gestattet innen zu fotografieren. Sonst könntet ihr hier noch einen Schrumpfkopf bewundern. Sowas haben die Indios im Oriente nämlich früher gemacht. Und nun weiss ich auch endlich, warum sie das gemacht haben. Die wollten nämlich ihre Ruhe. Darum haben sie ihren erschlagenen Feinden die Köpfe abgehauen und aufwändig zu Schrumpfköpfen verarbeitet. Die wurde dann auf Stangen gespiesst und in den offenen Häusern aufgestellt. Kam dann ein Fremder des Weges und hat bei einer Sippe besonders viele Schrupfköpfe gesehen, ist er lieber gleich wieder abgehauen, um das Risiko zu vermeiden, die Sammlung zu ergänzen. Und so hatten die braven Indios ihre Ruhe - tolle Sache.

Monument.JPG

Jetzt waren wir schon an diesem touristischen Ort, da hatte man nur die Wahl sich über die ganzen Leute und den Klamauk zu ärgern oder einfach alles mitzumachen. Wir haben uns für die zweite Option entschieden. Und so ist dieses Foto entstanden. Rechter Fuss auf der Südhalbkugel, linker auf der nördlichen. Leider musste ich nicht auf's Klo, also konnte ich nicht nachsehen, in welcher Richting das Wasser abfliesst.

W-N-S.JPG

Und weil wir uns ja auf den ganzen Rummel eingelassen haben, konnten wir auch noch diese fidelen Tänzer bewundern, die zu der fröhlichen Musik einer Andenkombo mit ihren farbenfrohen Kostümen tanzten. Mein Lieblingsinstrument, die Panflöte *kotz* war natürlich mit von der Partie. Jader, der schon mal in der Münsteraner Einkaufsstraße unterwegs war, weiss wovon ich rede.

T--nzer.JPG
von Wolfram
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Samstag, 26. januar 2008
Nach einer Woche in Quito moechte ich mich zuerst bedanken, dass ihr meinen Blog lest, Kommentare schreibt und mir auch fleissig mailt. Ich freue mich wirklich ueber jede Nachricht. VIELEN DANK dafuer.
 
Eine Woche Arbeit und eine Woche voller Eindruecke und Erlebnisse.

Ausser mir sind hier noch vier Mexikaner und ein Argentinier als Entsendete in der Firma. Die Mexikaner scheinen ein besonders lebhaftes Gemuet zu haben (Phil hatte mich gewarnt). Besonders Arturo ist ausgesprochen unternehmungslustig und so werden wir morgen zum Mittelpunkt der Welt fahren.

Mein Gepaeck habe ich noch immer nicht. Ich bin froh, dass in der Tasche nichts ist, was ich dringend brauche. Obwohl ich schon gerne ab und zu laufen wuerde und auch ein Fitnessstudio habe ich mittlerweile ausgemacht. Aber ohne Sportsachen wird das nix. Nach der ersten Rueckmeldung des Anwalts bin auch nicht besonders zuversichtlich, dass das ohne Zahlung einer Gefaelligkeit klappt. Im Buero gibt es Dagmar, ihr Vater ist Deutscher aber sie hat immer in Quito gelebt. Sie hat von der Geschichte gehoert, hat mich dazu befragt und ihr Kommentar war: "Willkommen in Ecuador!"

Heute morgen habe ich Fernando kennen gelernt. Fernando ist ein Freund unseres CIOs und spricht ein paar Brocken Deutsch, kein Englisch. Er hat zwei Sprachschulen, ein Restaurant und ist Politiker. Naja, er hat mir alles gezeigt, insbesondere die Sprachschulen. Da kommen vorwiegend Briten und Amis hin und lernen zwei oder mehr Wochen Spanisch, taeglich vier Stunden und den Rest des Tages schauen sie sich alles an. Zu den Sprachschulen gehoert dann jeweils noch ein Hostel, wo die Lernenden wohnen koennen. Ich werde ab Monatg dreimal pro Woche abends zu ihm kommen und mich unterrichten lassen - Einzelstunden.

Es wird auch dringend Zeit, dass ich lerne, denn im Buero ist es ganz schoen schwierig. Die meisten sprechen etwas Englisch. Aber die Meetings sind auf Spanisch. Inzwischen kann ich zwar das ein oder andere verstehen aber, wenn die anfangen zu diskutieren, verstehe ich nichts mehr.

Am Montag starte ich mit einem neuen Projekt, weil das fuer das ich eigentlich hierher kam,  erstmal verschoben wurde. Das neue Projekt betrifft sowohl IT als auch Netzwerk und ich werde wohl viel mit Nokia USA zu tun haben. So ist das Sprachproblem schon etwas gelindert.

Zu meiner Wohnung: sie ist nett aber laut. Hier in Quito ist alles laut und so weiss ich nicht, ob es Sinn macht, sich um etwas anderes zu bemuehen. Sie liegt in der Einflugschneise zum Flughafen und ich habe schon eine nette Sammlung von Flugzeugfotos (sobals ich Fotos hochladen kann, koennt ihr sie bewundern) gemacht. Ausserdem wird nebenan gebaut - am Wochenende wird nicht gebaut. Dafuer liegt sie direkt am Parque La Carolina und nur wenige Minuten vom Buero. Mal sehen, was ich damit mache.

Die Hoehenlage von Quito vertrage ich ohne Probleme, keine Kopfschmerzen, kein Schwindel. Manche sagen, sie haben in den ersten Tagen Probleme mit dem Essen aufgrund der Hoehe, aber bei mir ist alles o.k.. Nur wenn ich Treppen steige, komme ich schneller ausser Atem als ich das sonst gewohnt bin.
von Wolfram
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Samstag, 26. januar 2008
Nicht zu fassen, ich habe in  meiner Wohnung einen offenen Hotspot gefunden. Also schnell reingehängt. Ah, mit meinem Laptop kann ich auch endlich wieder Umlaute schreiben.

Also schnell ein paar Ftos, hoffe die Verbundung reisst nicht zwischendurch ab. Erstmal meine Wohnung. Hier ein Blick in das Wohnzimmer, dahinter die kleine Küche.

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Wenn man aus dem Fenster sieht es so aus:

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... und wenn man den Hals reckt so:

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Und dann noch ein paar Bilder aus der Altstadt, aber die könnte man genauso gut in jedem Reiseführer sehen, sehr kolonial alles:

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von Wolfram
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Freitag, 25. januar 2008

Hallo zusammen, heute versuche ich es mal in einem anderen Internetcafe. Die Tastatur ist besser, habe also keine Ausrede fuer Typos mehr, dafuer stimmt es mit der Atmosphaere garnicht. Alles ist in Neonlicht getaucht und niemand serviert mir ein Bier.

Dass das Leben hier auch ganz andere Ueberraschungen hat als ein paar bunte Musikanten durfte ich inzwischen auch erleben. Als ich in Muenchen mein Gepaeck packte, wurde mir schnell bewusst, dass ich das Gewichtslimit der KLM, mit der ich hergeflogen bin, massiv ueberschreite. Da ich meinem Arbeitgeber unnoetige Kosten ersparen wollte und ausserdem dachte, es ist einfacher mit weniger Gepaeck unterwegs zu sein, habe ich mich entschieden eine Tasche mit Lufthansa Cargo zu schicken. Also war ich in Muenchen beim Cargo-Center und beim Zoll und alle meinten, das ist alles kein Problem. Die Tasche sei am 22. Januar da.

Also hab ich mir gestern (23. Januar) kurz vor Mittag gedacht, ich fahre mal fix zum Flughafen und hole meine Tasche ab. Dort angekommen musste ich mich zunaechst zu LH Cargo durchfragen, die kennt hier kein Schwein. Naja schliesslich hab ich die gefunden, nur etwa 15 min zu Fuss nach Sueden vom Terminal aus. Dort habe ich 20$ bezahlt und dann wurde mir gesagt, ich kann die Tasche beim Zoll abholen. Der ist wiederum 10 min noerdlich vom Terminal, also in Summe 25 min zu Fuss. Auf dem Weg dorthin hat mich schon so ein Typ angequatscht und ich hatte keine Ahnng, was der von mir wollte. Am Zoll konnte keiner Englisch. Man hat mir erstmal einen Besucherausweis verpasst. Dann bin ich zu einem Schalter geschickt worden, an dem man sich nach 10 min um mich kuemmerte aber nur um mich an einen anderen Schalter in einem anderen Gebaeudeteil zu schicken. An dem anderen Schalter gab es dann eine Schlange, in die ich mich brav gestellt habe. Dann kam ein Typ und meinte in sehr schlechtem Englisch, er koenne mir helfen und ich muesse nicht in der Schlange stehen. Er hat mich dann wieder zu einem anderen Gebaeude geschleppt. Da ihn unterwegs so viele freundlich gruessten, dachte ich, der gehoert hier wohl hin und ich bin in guten Haenden. In seinem Buero war dann seine Nichte, die ganz passabel Englisch sprach und da wurde mir klar, dass der Typ garnicht zum Zoll gehoerte sondern zu einer Agentur, die fuer ihre Kunden die Zollformalitaeten uebernimmt. Dummerweise wollte der Typ dafuer 100$ als Honorar, hat halt gleich geschnallt, dass ich ein dummer Europaer bin, der sich allein nicht zurecht findet. Also bin ich dort wieder weggegangen und hab es auf eigene Faust beim Zoll probiert.

Das sah dann erstmal ganz gut aus. Ich hab dort eine Frau aufgetrieben, die ganz gut Englisch konnte und meinte, es sei alles kein Problem, ich solle nach der Mittagspause wiederkommen und auf keinen Fall irgendwelches Geld an irgendwen bezahlen. Dann bin ich zum Mittagessen gegangen, es gab gegrilles Haehnchen mit Pommes bei American Deli. Nach der Mittagspause bin also wieder hin, die Frau von vorher war mit einem Mal viel reservierter, hat mich an einen Kollegen verwiesen, der zumindest ganz gut Englisch konnte. Der meinte dann, ich brauche eine Bestaetigung der KLM, dass sie mein Gepaeck nicht mitnehmen konnten, weil das Flugzeug, mit dem ich geflogen bin, voll war. Meinen Einwand, dass das ja nicht der Wahrheit entspricht wollte niemand hoeren. Also bin ich zur KLM. Die haben mir natuerlich diese Bescheinigung nicht ausgestellt, weil es halt nicht stimmte. Aber dafuer habe ich fuer nur 16,80 eine Bescheinigung bekommen, dass ich eingereist bin – Wow (ich fand eigentlich, dass es doch klar ist, dass ich eingereist bin, denn schliesslich bin ich ja hier)! Damit bin ich dann zurueck zum Zoll. Dort war man inzwischen der Meinung, ich solle entweder etwa 1000$ Zoll bezahlen (fuer lauter Sachen, die mir gehoeren, die gebraucht sind und die ich im Oktober wieder mit heim nehme) oder aber diesem doofen Typ von vorher seine 100$ bezahlen, er wuerde dann von der KLM das falsche Dokument besorgen. Da hatte ich die Schnauze voll und bin schimpfend abgezogen. Ich war mindestens fuenf Stunden am Flughafen, bin von einem Buero zum naechsten geschickt worden und hatte mittlerweile einen ordenlichen Sonnenbrand auf dem Kopf man darf die Aequatorsonne echt nicht unterschaetzen.

Zurueck in der Firma bin ich zur Personalabteilung und hab denen mein Leid geklagt. Jetzt kuemmert sich einer der Anwaelte hier um die Sache. Mal sehen, was daraus wird. Ich glaube fuer mich wird es ein Lehrstueck in suedamerikanischer Vorgehensweise und ich moechte wetten, zum Schluss bekommt der unangenehme Typ doch noch sein 100$.

von Wolfram
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Mittwoch, 23. januar 2008
... nein!! Ich sitze wieder im Papaya.net. Obwohl ich erst das zweite Mal hier bin, denke ich, so schlimm ist es vielleicht nicht, wennn ich nie Internet in meine Wohnung kriege. Der Laden ist eher wie eine Kneipe als so, wie man sich ein Internetcafe sonst vorstellt. Ich sitze an einem Platz mit Blick auf die Strasse im Mariscal Sucre. Das ist das Viertel, in dem man abends ausgeht und es tummeln sich hier zahlreiche Touristen und Einheimische. Ein Lokal ist neben dem naechsten. Und gerade kam eine Minidemo auf der Strasse durch: Vier Typen mit Blasinstrumenten auf einem Fahrrad fuer vier Personen, die froehlich aufspielten, gefolgt von etwa 12 Leuten, die grosse Plakate mit Bildern vom Regenwald und von Indios trugen - keine Ahnung, was die mitteilen wollten. Jedenfalls hat es diese Hand voll Leute geschafft, den Verkehr lahm zu legen und jetzt ein chices Durcheinander auf der Strasse.

Der einzige Nachtail am Papaya.net ist, dass ich keine Bilder hochladen kann. Ist jetzt auch nicht so schlimm, denn bei Tageslicht bin ich ohnehin im Buero. Achja, dass fast alle Buchsteben von der Tastatur abgerieben sind, mach die Sache auch nicht besser. Gegen 6:00 faengt hier die Daemmerung an und um 18:30 ist es dann schon wieder dunkel.

Mein Chef hat mir heute eroeffnet, dass es fuer die Projektmanager, also dummerweise auch fuer mich, keine Zeiterfassung gibt, da die ohnehin morgens die ersten und abends die letzten sind. Naja, mal sehen, wie sich das entwickelt.

Dafuer habe ich inzwischen die Telefonnummer in meiner Wohnung herausgefunden und ein neues Handy gab es heute auch noch. Wer die Kontaktdaten haben will, schreibt mir bitte eine Mail.

Die Leute im Buero sind total nett. Sie helfen, wo sie nur koennen. Und langsam habe ich Sorge, dass die bis zu meiner Abreise alle ganz toll Englisch koennen und  mein Spanisch noch immer zu duerftig fuer ein paar kleine Gespraeche ist.
von Wolfram
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Sonntag, 20. januar 2008

Ja es hat wirklich geklappt, ich bin in Quito. Zu meiner grossen Verwunderung ist das Flugzeug diesmal nicht abgestuerzt. Als ich gestern ankam, hatte man mir einen Fahrer geschickt, der mich abholen sollte. Hat er auch gemacht aber mich erstmal in eine falsche Wohnung gefahren. Dann waren wir einkaufen und als wir alles in den Kuehlschrank gestellt haben, kam die Vermieterin vorbei und hat sich gewundert, was wir da machen, schliesslich sei meine Wohnung in einem ganz anderen Gebaeude.

Also sind wir erstmal umgezogen. Nur zwei Strassen weiter. Diesmal ist die Vermieterin gleich mitgekommen, damit nicht wieder etwas schief geht. Dann war sie noch der Meinung, Kopfkissen seien doch etwas sehr persoenliches und sie koenne mir die beiden, die sich in der Wohnung befinden, nicht ueberlassen. Hatte ich auch nicht so viel gegen einzuwenden nachdem ich daran gerochen habe, aber ich war total muede und waere viel lieber ins Bett gegangen als nochmals mit dem Fahrer loszuziehen. Aber es half nichts, habe nun also nagelneue Kopfkissen.

Dann habe ich ihn noch gebeten, mit mir in ein ecuadorianisches Restaurant zu fahren. Nicht dass ich so grossen Appetit auf Meerschwein gehabt haette, aber Hunger hatte ich allemal. Er war dann der Meinung, KFC sei typisch ecuadorianisch. Ist es wohl auch, denn das gibt es hier an jeder Ecke, aber das Essen ist genau wie beim KFC in der Hanauer Strasse.

Heute morgen habe ich dann einen Rundgang duch die Altstadt gemacht. Sehr huebsch alles. Und natuerlich habe ich ein paar Fotos gemacht, weil ich ja was in den Blog stellen will. Da es in meiner Wohnung leider kein Internet gibt (ich bezweifele auch, dass sich das in den naechsten Monaten aendern wird) sitzeich nun imPapaya.net . Ein witziger Laden. Und ich muss sagen, dass ich mich wundere, dass ich mich nach nur einem Tag freue, ein paar Europaer und Amis zu sehen. Leider sind die Buchstaben auf den Tasten zum grossen Teil abgerieben und Bilder kann man auch nicht hochladen. Egal - der Kaffem den die hier brauen ist dauer unglaublich gut...

von Wolfram
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