Montag, 3. märz 2008
nein, hier folgt keine romantische Geschichte mit einer heissen Latina. Vielmehr habe ich nun schon eine Weile mit dem Gedanken  gespielt , mir hier ein Auto zu kaufen. Es sollte möglichst einfach sein, nicht  zu alt,  geländegängig, bezahlbar, robust und einfach wieder zu verkaufen, überschaubarer Verbrauch ... Also , so hatte ich mir gedacht,  ein Chevrolet Vitara muss her, 2005er oder 2006er Baujahr. Also habe ich fleissig Anzeigen im Internet gelesen und den ein oder anderen  Vitara angesehen.  War aber keiner  dabei, der mich überzeugen konnte. Also bin ich am Samstag mit Marco  zu so einem grossen Verkaufsplatz gefahren, wo jeder sein Auto verkaufen kann, ähnlich wie das Autokino in Aschheim oder wie in Essen. Da gab es auch verschieden Vitaras, die waren aber alle  enweder  alt oder teuer oder mit  irgendwelchem Firlefanz verunstaltet. Ich  war schon ganz mutlos doch plötzlich sah ich IHN:

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Ein Chevrolet, ja, aber kein schnöder Vitara, nein, ein echtes Männerauto, ein Trooper 3,2 V6 . Bis auf die Geländegängikeit vollständig an den  zuvor festgelegten Kriterien vorbei:  gut ausgestattet, steinalt (1994),  durstig bis dorthinaus. Aber er hat mich einfach angelächelt. Also haben Marco, der Verkäufer und ich eine Probefahrt gemacht.  Der Karren ist einfach ein Klotz. Man sitzt  hoch, hat alles im Blick. Dann habe ich den Schlüssel ins Zündschloss gesteckt und gedreht - was dann kam hat mich echt umgehauen. War ich doch bislang die kultivierten 6 Zylinder meines BMW gewohnt, kaum hat man gemerkt, dass da überhaupt ein Motor war. Und was war das hier für ein Grollen!!! Erstmal geht die Drehzahl hoch auf 1500, ich glaub da ist schon der erste Liter verbraucht, dann geht die Drehzahl runter und er brabbelt mit 600 Touren im Leerlauf vor sich hin. Noch keinen Meter gefahren aber eigentlich war da schon alles klar. Trotzdem haben wir dann noch die Probefahrt gemacht: auf zum Äquator. Er fuhr einfach majestätisch, dann ging's ab ins Gelände, denn ich wollte ja auch diese Eigenschaften kennen lernen. Auf einem steilen steinigen Pfad fuhr er sowas von souveräm, das war echt eine Freude, dann Fahrertausch, Marco war dran mit Probefahren. Sein Urteil sah so aus:


Also habe ich die Sache klar gemacht und bin nun stolzer Besitzer eines viel zu alten, viel zu durstigen Autos. Tja und was macht man damit? Fahren! Haben Marco und ich dann heute (am Sonntag) auch gemacht. Und wohin gehört so ein Gefährt? Nicht auf irgend eine einfache Strasse, nein auf die Panamericana, wozu geht diese Legende einer Strasse denn durch Quito? Und da Marcos Tochter morgen drei wird und er noch ein paar Klamotten als Geschenk kaufen wollte, stand unser Ziel fest, die PanAm nach Norden bis nach Atuntaqui.


Dort, so meint Marco, gäbe es die preisgünstigste Kleidung überhaupt. Bevor es aber richtig losgehen konnte, erstmal tanken. Da er nicht ganz leer war, war im Tank Platz für 16 Gallonen feinsten Supers, das sind etwa 60 Liter. Unfassbar, wie billig das hier ist. Der Spass hat 30$, also 20 Euro gekostet. Wann hab ich das letze Mal so günstig getankt? Auf dem Weg nach Atuntaqui ging es vorbei an Otavalo. Das steht in allen Reisführern als hochgepriesenes Reiseziel, fest in Indianerhand. Und die sieht man in der Gegend in stattlicher Anzahl.

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Wir haben aber Otavalo aber einfach am Rand liegen lassen und haben kurze Zeit später unser Ziel Atuntaqui erreicht. Naja, der Ort war eher langweilig. Also, ab in drei Klamottengeschäfte, jede Menge rosa, hellgelbe und ein paar blaue Hosen, Blusen und T-Shirts gekauft, insgesamt drei Taschen voll: 20,- $. Wow, was für Schnäppchen und hat auch nur etwa 10 min gedauert. Da der Ort nicht schön war, sind wir (abseits der PanAm) Richtung Westen gefahren, in einen Ort namens Cotocachi. Auf den ersten Blick auch keine Schönheit.

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Aber, wenn man ein bischen sucht, findet man auch wunderbar restaurierte Ecken mit tollen alten Gebäuden aus der Kolonialzeit.

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Bekannt ist Cotocachi für seine Lederwaren. Habe mich gleich mal mit einer neuen Jacke und einem Gürtel eingedeckt. Toppqualität und auch für kleine Geldbeutel erschwinglich. Dann war wieder ein Grollen zu hören. Das kam diesmal aber nicht vom V6 des Troopers sondern aus Marcos und meinem Bauch. Hunger machte sich breit. Zum Glück kannte Marco das Meson de las Flores. Von aussen echt hübsch.

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Und innen nicht minder.

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Sowohl der Innerhof als auch der Gang - wunderschöner Kolonialstil.

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Das Essen klassisch ecuadorianisch.

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Bei mir (Teller im Vordergrund) gab es Motte (das ist dieser aufgequollen Mais, von dem ich schon berichtet habe) mit gepökeltem und dann gebratenem roten Schweinefleisch als Vorspeise, Marco hat eine Suppe aus grünen Bananen gegessen (Schale im Hintergrund). Die Suppe aus Hopfen und Malz, die man in den Gläsern sieht, kennt ihr alle ohne weitere Erläuterung. Achja - was bei kaum einem guten ecuadorianischem Mal fehlen darf, gab es natürlich auch: eine Schale Popcorn und ein Schälchen Aji. Aji ist eine sehr, sehr scharfe Sosse, die eigentlich zu fast allem gereicht wird, ich bin schon etwas süchtig danach.

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Beim Hauptgang haben wir uns beide gleich entschieden. Ein dickes Steak mit  ein paar Pommes.  Brokoli gab's auch noch dazu. Marco war ganz überrascht, als ich ihm erzählt habe,  dass Brokoli bei  uns  auch ein ganz gewöhnliches Gemüse ist.

Nach  dem  Essen sind wir dann  weiter  zu einem See  namens Cuicocha gefahren. Der Name  Cuicocha ist indianisch und bedeutet Meerschweinchensee. Angeblich wimmelt es in den Bergen rund um den See nur so vor  freilebenden Meerschweinchen, wir haben keins gesehen, geschweige, dass wir eins gegessen hätten.  Der See selbst ist im Krater eines noch aktiven Vulkans. Mit Spacko im Vordergrund ...


 ... und ohne ...


... ein wirklich schöner See. Und die Luft war dort so frisch und angenehm, dass es eine wahre Freude war. Leider war der Nachmittag schon weit vorangeschritten und so haben wir uns keinen Kaffee mehr gegönnt, sondern sind wieder heim in Richtung Quito gefahren. Und das ging natürlich wieder über die Panamericana. Diesmal in südlicher Richtung.

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Diese Weite, diese Freiheit, dieser grollende Motor... Ich glaube der Autokauf war eine gute Entscheidung.

von Wolfram
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Freitag, 29. februar 2008
Der aufmerksame Leser meines Blogs hat schon mitbekommen, dass ich mich das ein oder andere Mal über das Wetter, speziell über den ständigen Regen mockiere. Aber das Wetter ist hier wirklich bescheiden. Meine Kolleginnen sitzen in den dicksten Jacken im Büro und jammern "Que frio, que frio", die Kollegen drücken es etwas unsanfter aus, liegen mit "Puta, que frio!" aber noch weit oberhalb des sprachlichen Niveaus, das ich von einigen spanischen Kollegen aus der guten alten Zeit bei Quam gewohnt bin.

Naja, hier in Quito geht es noch. Es ist zwar kalt (an schlechten Tagen wird es "nur" 16°), aber in der Stadt gibt es keine weiterreichenden Probleme, da es aber in den Häusern keine Heizungen gibt, kommt es einem echt kalt vor. Schlechter sieht es allerdings auf dem Lande aus. Der ständige und übermässige Regen führt zu Überschwemmungen und zu Erdrutschen. Und so doof es sich anhört, das ist mit ein Grund, weshalb in diesem Blog so wenige Ausflüge vorkommen. Ausserhalb Quitos sind viele Strassen gesprerrt, man kommt schlecht weg. Und selbst wenn man besser weg käme, so kann man sich besseres vorstellen, als bei strömendem Regen über den Indomarkt in Otavalo zu marschieren oder am Strand zu liegen.

Richtig schlimm ist es jedoch an der Küste. Dort stehen weitreichende Landsstriche unter Wasser. Ich habe  ein entsprechendes Bild bei einer bekannten Zeitung aus Süddeutschland geklaut, weil ich halt selbst nicht hinkomme um zu fotografieren:

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Und auch andere Ziele, die mich anziehen, sind derzeit unerreichbar. Es ist kalt, also will man zu den Thermalquellen nach Papallacta, geht nicht, Strasse überschwemmt. Ok, dann halt nach Baños, soll auch schöne Thermalbäder haben und ein ausgezeichnetes Mountainbikerevier sein. Geht auch nicht: der Vulkan Tungurahua dreht durch und Baños ist teilweise evakuiert und für Touristen tabu. Aber da muss ich unbedingt hin, denn solche Bilder will ich auch mit eigenen Augen sehen:

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Auch kein wirklicher Spass, denn Menschn verlieren dort ihre Häuser, ihre Existenz und bislang 15 Menschen sogar ihr Leben.

Also bin ich momentan ziemlich an Quito gefesselt. Wenn ich meine Kollegen frage, wann das Wetter besser wird, wird fleissig mit den Schultern gezuckt. Die Regenzeit sei im Mai vorbei, versichert man mir, dann spätestens sei es vorüber. Und bis dahin halt : "Puta, que frio!"

von Wolfram
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Dienstag, 26. februar 2008

Also zunächst dachte ich ja, ich hab’ nix zu berichten vom Wochenende. Ich hab’ keinen Ausflug gemacht, kein Sight Seeing und keine schönen Fotos gemacht, nichts also, was von einem Entdeckungsreisenden erwartet. Hmm, aber was hab’ ich dann gemacht? Hatte ich ein langweiliges Wochenende?

Am Freitagabend war ich bei Marco. Der hatte die Bude voll, weil er in seinen Geburtstag hineingefeiert hat. Es gab jede Menge Bier und Whiskey. Alle waren besoffen – ich auch. Mir wurde es dann etwas unheimlich, als sein muskelbepackter Kumpel Jorge mir immer mehr auf die Pelle gerückt ist. Er meinte, er könne mir alles zeigen in Ecuador und ich brauche mich um nichts zu kümmern. Dabei hat er mich sehr seltsam angeguckt. Bin dann ein paar Zentimeter abgerückt, er hat die Lücke sofort wieder geschlossen. Unter einem Vorwand habe ich mich zu wem anders gesetzt. 2 Minuten später war Jorge verschwunden und wurd nicht mehr gesehen. Gegen 2:00 hat mich dann Juan Simon heimgefahren, sturzberunken. Also nicht nur ich, auch Juan Simon - au Backe.

Am Samstag war ich beim Essen. Habe mich mit Santiago, seiner Freundin, seiner Stieftochter und Oliviér (einem Franzosen) mittags in einem Fischrestaurant getroffen. Boah ejh, war das lecker. Erst gab's überbackene schwarze Muscheln, dann eine Fischsuppe mit Bananenkloessen. Echt unglaublich gut.  Zum Nachtisch dann noch ein Eis mit frischen Erdbeeren und Schokosoße. Danach haben wir Santiagos Freundin samt Sohn abgesetzt und haben uns am Büdchen (hier sagt man, beim Nachbarn) ein paar Fläschen Bier gekauft. Damit haben wir uns auf Santiagos Dachterrasse gesetzt, als der Regen kam sind wir in sein Wohnzimmer verzogen. Gegen 21:00 waren wir dann hackenstramm und Oliviér hat mich heimgefahren. Besoffen Autofahren gehört hier wohl zum guten Ton. Alles in allem ein unglaublich relaxter Tag.

Am Sonntag bin ich nach dem Aufstehen erstmal zum Laufen in den Parque Carolina. Dann auf zu Fernando, meinem Spanischlehrer. Der hatte auch lecker gekocht. Es gab Fisch (er hat mir auf Spanisch ganz ausführlich erklärt, was für Fisch das war, ich hab's aber nicht kapiert. - war nicht schlimm, er hat super geschmeckt) mit Reis, Paprika, Zwiebeln und Papas fritas (Pommes), zum Nachtisch Kuchen. Dann kam noch noch ein Freund von Fernando vorbei. Ein Deutscher, der mit seiner kolumbianischen Frau in Quito lebt. Er macht irgendwelche Geschäfte, ich glaub ich will nicht ganz genau wissen, was für welche. Wir haben dann zu dritt den Hund ausgeführt und ein paar Bierchen geschlürft. Ende vom Lied: schon wieder angeschickert.

Kurzum, das ganze Wochenende bestand nur aus Essen, Saufen und nette Menschen treffen. Ich fürchte nach meiner Rückkehr muss ich erstmal eine Leberkur machen und zehn Pfund abspecken, wenn das hier so weiter geht. Also langweilig kann man es jedenfalls wirklich nicht nennen.

von Wolfram
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Dienstag, 19. februar 2008

Langsam aber sicher taste ich mich an Meerschweinchen heran. In der Kantine gab es jetzt Mondongo. Das ist ein Suppe, die man aus Kuhfuessen und einer bestimmten Sorte Mais zubereitet. Deisen Mais nennt man Motte. Er (der Mais) wird ewig lange in Wasser aufgeweicht, bis er ganz verquollen ist und aussieht wie ein zu klein geratener, weisser Rosenkohl. Die fertige Suppe sieht dann so aus:

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Die Klumpen, die man sieht, sind Motte (gelblich) und Stuecke von Kuhfuessen (braeunlich). Dank Marco und seinem Blackberry kann ich euch auch noch zigen, wie es aussieht, wenn man das mit eher maessiger Begeisterung isst.

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Also der Geschmack ist eigentlich garnichtmal so schlecht, aber ich musste doch sehr mit dem Geruch kaempfen. Maro hingegen ist der Meinung, das sei so ziemlich das leckerste, was man essen kann, waehrend Mauricio der Meinung ist, das isst man besser nicht.

Wie auch immer, es ist nicht meine neue Lieblingssuppe, aber es ist mit ganz gut bekommen.

von Wolfram
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Montag, 18. februar 2008
... oder wie 25 Moskitostiche jucken!

Gestern morgen hat mich meine Kollegin Soraya abgeholt, um eine Mountainbiketour zu machen. Obwohl ich noch einen ziemlichen Schädel hatte, denn am Abend zuvor war ich ziemlich lange mit Marco aus und wir hatten schwer getankt, bin ich dank Dusche und Frühstück mit Coke Zero ganz gut  in den Tag gestartet. Wir sind dann mit dem Auto nach Cumbaya gefahren, dort wohnt Soraya mit ihrer Familie und vor allem beginnt dort El Chaquinan, eine ehemalige Bahnstrecke, die zu einem Radweg umgebaut wurde und die wir in Angriff genommen haben.

Da ich hier ja leider kein Rad habe,  hab ich mich gefreut, dass  Soraya mir ein Rad leihen konnte, das auch ganz gut gerollt ist, obwohl es mir  etwas zu  klein war.  Sie ist dann garnicht mitgefahren, wohl aber ihr Mann, ihre Tochter und ihr Bruder. Noch kurz umgezogen  -  und schon ging es los. Am Anfang der Strecke  gibt es eine Tafel, die einem den Streckenverlauf  zeigt.

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Neben dem Schild durchfährt dann ein Tor und dahinter fängt die Strecke an.

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Man sieht an einigen Stellen noch die ehemals genutzen Schienen der Schmalspurbahn. Ach, hat sich das toll angefühlt, nach etlichen Wochen endlich mal wieder im Sattel zu sitzen. Nach ein paar Kilometern mit viel auf und ab haben wir an einem Saftstand pausiert. Statt den excellenten Saft (Orange mit Karotte) zu fotografieren habe ich lieber  den Blick rüber Richtung Quito vor die Linse genommen. Die grösseren Gebäude auf der oberen Geländestufe gehören zu Quito, die Gebäude darunter gehören zu Cumbaya (Ich gebe zu, dass das auf diesem Foto nicht allzu gut zu erkennen ist).

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Dann ging  es weiter und nachdem es bislang immer etwas bergab und bergauf ging, sind wir  nun in einen Canyon gefahren, den ein Fluss hier ins Sediment geschnitten hat. eine Geländestufe von etwa 150 Höhenmetern.

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Die Strecke ist wirklich in einem guten Zustand: sehr kleiner und gut verdichteter Schotter, bestens zu fahren.

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Weiter ging es bergab und zwischendurch immer wieder tolle Ausblicke in den Canyon.

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Unten angekommen haben wir eine kurze Rast gemacht, fleissig Wasser getrunken, denn obwohl das Wetter nicht so toll war, hat man aufgrund der Höhe einen extrem hohen Flüssigkeitsbedarf. Und während des Verschnaufens habe ich die wunderschöne Landschaft bewundert. Flussaufwärts

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und flussabwärts

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Wir sind dann umgekehrt, der Weg geht allerdings noch weiter, das werde ich demnächst mal ausprobieren, da gibt ein paar unbeleuchtete Tunnel zu durchqueren - hört sich gut an. Wir aber, wie gesagt, haben uns auf den Rückweg gemacht und das hiess in diesem Fall erstmal wieder aus dem Canyon hochfahren. Ich war gespannt wie eine Flitzebogen, wie mir die Anstrengung in der Höhe wohl bekommt. Seit zwei Wochen laufe ich wieder und nach zunächst sehr ernüchternden Erlebnissen, klappt das inzwischen deutlich besser. Und auch jetzt bergauf ging es ganz gut. Langsam gewöhne ich mich an die Höhe. Da es sich um eine ehemalige Bahnstrecke handelt, ist die Steigung aber auch eher moderat. Zwischendurch ist die Strecke richtig in den Fels eingeschnitten. Hier kommt gerade Sorayas Mann Alvaro angeradelt.

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Zurück in Cumbaya habe ich noch einen, allerdings viel kleineren, Canyon entdeckt, der mitten durch den Ort führt.

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Wir sind dann zum Haus von Soraya und ihrer Familie gefahren, wo ich noch mit einem ecuadorianischem Essen verwöhnt wurde (nein, auch hier war noch kein Meerschwein auf dem Teller, aber ganz bald werde ich es versuchen). Als Vorspeise gab es Empanadas mit scharfer Soße und wenn ich scharf schreibe, dann meine ich sehr, sehr scharf. Dann gab es gebackenen Trucha (das ist ein Fisch ähnlich wie Lachs nur kleiner) mit Reis (was für eine Überraschung) und Kartoffeln mit einer Käsesoße. Zum Nachtisch dann noch Kuchen. Das war echt lecker und die auf der Radtour verbrauchten Kalorien waren dann auch wieder reichlich ausgeglichen.

Bleibt das Remumee:

1. Mannomann, sind die Leute hier nett und gastfreundlich.
2. Ich brauche dringend ein Rad hier, damit ich sowas öfters machen kann. Es hat sich so toll angefühlt mal wieder auf dem Rad zu sitzen und was anderes zu sehen als immer nur Quito.
3. Ich hätte nicht gedcht, dass 25 Moskitostiche so jucken können.
von Wolfram
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Mittwoch, 13. februar 2008
Es ist soweit, der Alltag hat mich vereinnahmt. Ich stehe morgens auf, gehe zur Arbeit,  mittags in die Kantine (nein es gibt dort keine Meerschweinchen) oder  ins nah gelegene Einkaufszentrum zum Essen, dann wieder arbeiten, später Feierabend, dreimal pro Woche  zum Spanisch (aber in mein Gehirn passt nix mehr rein). Es ist Dienstag und ich freue mich auf das Wochenende. Also wenn das kein Alltag ist, dann weiß ich auch nicht.

Naja, ein paar Dinge sind schon anders als in München. Beispielsweise diese Aussicht auf dem Weg ins Büro.

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Da das Wetter sich deutlich gebessert hat, zeigt sich der Pichincha endlich inklusive Gipfel. Ich will da rauf!!! Und damit werde ich nicht mehr lange warten. Ein paar Meter weiter noch mal der Blick zum Gipfel, leider  verstellt  ein Bürohaus das Panorama.

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Einmal um die Ecke gebogen und der Blick auf das Haus, in dem ich arbeite, wird frei. Mein Büro ist im 11. Stock.

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Hinter der Mauer zur Rechten ist übrigens der Kundenparkplatz. Wenn ich dann oben angekommen bin, fahre ich meinen Rechner hoch. Das dauert eine Weile. Also gucke ich solange aus dem Fenster, was sollte ich sonst auch tun, und sehe die Avenida La Republica stadteinwärts entlang. Das sieht ungefähr so aus.

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Wenn mich mittags der Hunger plagt - und das tut er täglich - gehe ich meistens in die Kantine. Da ich aber am Sonntag etwas melancholisch gestimmt war und das am Montag noch immer anhielt, hatte ich Sehnsucht nach heimatlichen Gefühlen. Also bin ich zum Essen zur Casa Humboldt gegangen, ist ja nur 5 Minuten. Dort ist die Asociacion Humboldt ansässig. Weshalb die hier nicht, wie im Rest der Welt auch einfach Goethe Institut heißen, hab' ich noch nicht herausgefunden, kann sein, weil Alexander auf seiner großen Expedition Anfang des 18 Jh. sich hier in der Gegend besonders intensiv umgesehen hat. Jedenfalls vermitteln die schon mit dem Schild draußen jede Menge deutsches Lebensgefühl.

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Drinnen wollte ich nicht fotografieren. Ansonsten gäbe es hier jetzt Bilder von Kartoffelsuppe, Gulasch mit Reis und Brokkoli sowie von einem Stück Nusskuchen. War sehr lecker. Dazu das Gequatsche der deutschen Lehrerinnen, die gerade Pause machten, da ging es mir schon viel besser. Dann habe ich noch in der Wirtschaftswoche gelesen, dort wurde mir erklärt, dass es mit der Weltwirtschaft rapide bergab geht, zunächst werden meine in Aktien angelegten Ersparnisse wertlos und dann verliere ich meinen Arbeitsplatz, so war dort zu lesen - also mein Name stand nicht drin, aber in etwa so es war dort zu lesen. Da hab' ich mich schon wieder ganz heimisch gefühlt.

Auf dem Weg zurück ins Büro bin ich dann noch an einem Gebrauchtwagenhandel vorbei gekommen und hab dort dieses tolle Exemplar entdeckt.

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So einen wollte ich schon immer - und dann auch noch mit den originalen Scheinwerfern. Zum Glück hatte der Händler gerade Mittagspause, sonst hätte ich meine Ersparnisse wohl gleich an Ort und Stelle vor den Tücken und Gefahren der Rezession gerettet.

von Wolfram
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Montag, 11. februar 2008
Mannoman, die Sache mit meiner Tasche nimmt einfach kein Ende. Als ich an diesem Wochenende die Tasche vollstaendig ausgeraeumt habe, um alles im Schrank zu verstauen, gab es eine haessliche Ueberraschung. Leider fehlt nicht nur die Pulsuhr sondern noch ein paar Trickots, eine Hose, Unterwaesche und noch mehr. Am meisten schmerzt mich der Verlust meiner Fahrradregenjacke. Nicht nur, dass sie ziemlich teuer war, sie hat mich auch schon auf so vielen Touren begleitet, dass ich echt sauer bin, dass jetzt irgend ein Spinner damit unterwegs ist.
von Wolfram
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Mittwoch, 6. februar 2008

Da ich das lange Karnevalswochenende vollstendig in Quito verbracht habe, bin ich durch die Gegend gestromert und habe mich etwas besser mit meiner Umgebung vertraut gemacht. Also habe ich mich auf einen Spaziergang in das Touriviertel Marsical Sucre, von den einheimischen liebevoll(?) Gringolandia genannt, begeben. Im Internet habe ich ueber den taeglich stattfindenden Markt mit Touriramsch gelesen. Bezueglich der Preise hiess es dort: "Depending on how gringo you look, prices can change", soviel zum Leben als Gringo. Arturo hat es so ausgedrueckt, wenn man hier so aussieht wie Du, dann bist Du eine Dollarnote auf zwei Beinen. Und ich bin im Vergleich zu den zahllosen amerikanischen, fettleibigen Rucksacktouristinnen noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Genug davon und auf zum Spaziergang. Der startete natuerlich an meinem Haus, das so aussieht.
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Ich wohne im 5. OG. Die Strasse selbst sieht so aus. Mein Haus ist auf der linken Seite.

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Dann kommt die Querstrasse, die ist deutlich groesser und schoen mit Palmen bepflanzt.

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Normalerweise ist da jede Menge Verkehr, abe am WE ist es ruhig. In der Woche jedoch fahren die auf 3-4 Spuren obwohl nur zwei markiert sind. Die machen Laerm, streiten sich und vor allem gibt es viel Gestank. Freitags hat sich der ganze Gestank dann akkumuliert und abends fuehlt man sich, als haette man 10 Zigaretten geraucht.

Zum Glueck gibt es direkt bei mir den Parque Caroliina. Ein grosser Park (knapp 2 km lang und 500m breit), der am Wochenende stramm voll ist mit Erholungssuchenden. st Daunter ich, wenn ich laufen gehe. Sobald es dunkel wird, geht man besser nicht dahin. Sont kann es passieren, dass man den Heimweg ohne Laufklamotten antreten muss - und das sieht auch nicht schoen aus. Egal, es war ja hell und der Eingang des Parks sieht dann so aus.

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Im Hintergrund seht man den Pinchincha, das is der Hausberg hier (4794 Meter hoch), ein aktiver Vulkan mt zwei Kratern direkt im Westen der Stadt. Zuletzt hat er 1999 die Stadt mit einem dicken Ascheteppich eingekleidet. Wie bislang immer, seit ich hier bin, ist der Gipfel in Wolken gehuellt. Dann bin ich weiter Richtung Gringolandia gegangen und hab noch diesen Blick auf den Pinchincha erheischen koennen.

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Immer noch in Wolken, aber man kann sich ganz gut vorstellen, wie hoch diese Berge sind. Ausserdem sieht man schoen, wie sich die Randgebiete Quitos die Haenge hochziehen. Im Jahre 1802 war auch schon Alexander voon Humbold oben und hat dort Vermessungen durchgefuehrt. 

Dann, in Gringolandia angekommen, hab ich mich erstmal zur Plaza Foch begeben. Das ist ein Platz, an dem es besonders viele Kneipen und Restaurants gibt. Obwohl es Karneval war, war aber eher tote Hose angesagt.

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Mir war's gerade recht und ich hab mich XOCOS niedergelassen. Eine Bar, die etliche verschiedene Schokladenspzereien anbietet, zum Trinken oder zum Essen. Als ich schonmal da war, hab ich eine heisse Schokolade mit Kaese bestellt, war ausgesprochen lecker. Diesmal gab es Chocolate con Churros.

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Churros sind langegogenes Gebaeck, es ist suess und fettig. Man tunkt es in Schokosirup oder i die Trinkschokolade. Sehr lecker. Dummerweise hatte ich nur eine 5$ Note dabei. Das Ding hat 2,69 $ gekostet. Das hat mich mit einem Problem konfroniert, dem man hier staendig begegnet. Es gibt einen echten Mangel an Kleingeld. Also musste die Kellnerin abschwiren und den 5er irgendwo tauschen. Hat sie auch geschafft. Dann ging es weiter. Vorbai an disem huebschen Gebaeude.

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Da ist auch ein Restaurant drin, das muss ich mal ausprobieren. Dann mein Ziel: das Papaya.net. So sieht es also aus. 

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Es war proppenvoll dadrin, aber ich hatte einen ganz phantastischen Brownie.

von Wolfram
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Mittwoch, 6. februar 2008

Da mich mein Magen von groesseren Aiktivitaeten am Wochenende abgehalten hat, was schade war, denn das Wetter ist inzwischen viel besser, habe ich zumindest die naehere Umgebung etwas besser erkundet. Die naehere Umgebung ist in diesem Fall die Neustadt inklusive dem Touriviertel Marisca Sucre, das die Quiteños liebevoll Gringolandia nennen (davon spaeter in einem weiteren Atikel mehr).

Zunaechst habe ich mich auf einen Spaziergang durch den Parque La Caroliina gemacht. Noerdlich begrenzt wird er durch die Avenida Nationes Unidades, wo sich u.A. die Deutsche Botschaft befindet. dort sieht es so aus:

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Ja, ich gebe es zu, konnte es mir nicht verkneifen, das Thermometer mit ins Bild zu nehmen. Moderne Architektur, normale Autos - alles normal koennte man meinen. Aber es gibt auch Dinge, an denen man merkt, dass man nicht daheim ist. Die moegen hier sehr gerne Fastfood, was sie dagegen garnicht moegen sind andere Sprachen. Daher kann der McDrive natuerlich nicht so heissen, hier heisst er Auto Mac. Ich hab's mit nem roten Pfeil gekennzeichnet, ist aber etwas zu klein fuer hier.

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Dann bin ich in den Supermaxi. Supermaxi ist die groesste Kette von Supermaerkten, die es hier gibt. Das Sortiment ist gross, man kann vieles bekommen, was man von daheim gewoehnt ist. Aber es gibt auch Unterschiede. Die Leute hier essen viel Mais. Entsprechend ist die Auswahl im Supermaxi.

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Ausser Mais steht bei den meisten noch Reis auf dem Einkaufszettel. Da der den Leuten hier besonders gut schmeckt, sind die Packungsgroessen etwas anders, als wir das kennen.

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Die Packungsgroesse steigt von oben nach unten an. Es beginnt mt 2 kg, unten sind es dann 10 kg. Schoen und gut: Reis, Mais, alles noch nicht so spektakulaer. Aber da ist ja noch die Fleischtheke. Dort habe ich ewas entdeckt, was ich beim Tengelmann noch nie gesehen habe.

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Das Huehnerklein hat hier, lecker im Plastikbeutel abgepackt, Bestandteile, die ich so nicht erwartet haette.

von Wolfram
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Mittwoch, 6. februar 2008
Achja, die Flugzeuge. Inzwischen sind sie mir ja schon fast ans Herz gewachsen. Besonders wenn sie schon etwas zu langsam sind und dann driekt ueber meiner Wohnung nochmal etwas Schub geben. Von den Quiteños (so heissen die Einwohner Quitos) habe ich inzwischen gehoert, dass im Sommer je nach Wetterlage auch mal in die andere Richtung gestartet wird. Na ich freu mich auf den Startlaerm.

Wie angekuendigt, habe ich ein paar Bilder aus meinem Fenster gemacht, damit ihr euch einen Eindruck machen koennt, was hier alles ueber meine Wohnung fliegt. Deswegen gibt es jetzt eine neue Kategorie im Blog (siehe rechts) "Fotoalben".

Bislang sind die Flugzeuge das erste Album, aber ich hab' schon ein paar Ideen fuer weitere.

@René: als alter Spezialist kannst Du sicher die Typen bestimmen...
von Wolfram
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