Montag, 14. juli 2008

Vielen Dank an all die Gratulanten. Ich hab mich echt über die vielen Glückwünsche gefreut. Und das dreisprachige Ständchen aus so vielen Kollegenkehlen hat mich beinahe umgehauen.

DANKE!!!

von Wolfram
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Donnerstag, 15. mai 2008

Jaja, ich weiss, lange nix geschrieben. Stimmt, aber ich hab echt keine Zeit im Moment. Im Büro ist echt viel zu tun, der Spanischunterricht kostet Zeit und schliesslich hat man auch noch ein Privatleben. Ich mache echt viele Ausflüge und so ist in der letzten Zeit die Blogpflege viel zu kurz gekommen. Aber das möchte ich nun wieder ändern und hier ist der Anfang.

Einige Sonntage ist es nun schon her, die Sonne scheint, es ist warm, Ausflugszeit. Ab in den Trooper und auf nach Mojanda. Das ist eine Bergregion auf über 4000m Höhe, bekannt für ihre schönen Bergseen und für schlechtes Wetter. Also PanAm nach Norden bis Otavalo, links abgebogen und rauf auf den Berg. Alles bei bestem Wetter. Immer höher ging es hinauf, eine Strasse kann man es nicht mehr nennen, es ist eine ziemlich buckelige lehmige Piste. An etlichen Stellen halb abgerutscht oder durch Bergrutsche verstellt. Aber alles kein Problem, dank dem Trooper. Oben noch um eine Ecke und da war es dann auch, das schlechte Wetter. Gerade noch der schönste Sonnenschein, jetzt Regen. Und das entsprechend der Höhe, eiskalt. Nett ausgesehen hat es trotzdem.

Es hat offensichtlich schon eine ganze Weile geregnet, denn diese Pflanze ist wohl eigentlich ein Leben oberhalb der Wasseroberfläche gewöhnt.

Aber das mit dem Regen kann auch ganz reizvoll sein. Die dicken Tropfen auf diesen Blättern sehen doch echt super aus.

Das perlt so schön, ich frage mich, ob das der Lotusblumeneffekt ist. Naja, wie schon gesagt, warm war es nicht, geregnet hat es in Strömen und mit meiner Regenjacke ist irgendein Zöllner unterwegs. Also ist aus der geplanten Wanderung nur ein kleiner Spaziergang geworden. Ruckzuck war ich durchnässt und mir war kalt. Also: „Hasta luego, Mojanda“ Ich hab mich aus dem Staub gemacht.

Da es aber noch früh am Tag war, hat es mich nicht direkt wieder nach Quito gezogen und so habe ich mich für einen kurzen Abstecher nach Otavalo entschieden. Otavalo ist ein Städtchen, in dem vorwiegend Indianer wohnen. Die leben einerseits vom Kunsthandwerk, andererseits davon, dass sie als Musikanten durch die Welt reisen und in den Fußgängerzonen mit ihren Panflöten die Leute in die Geschäfte scheuchen (na ja, die kommen nicht alle aus Otavalo, ich glaube Peru entsendet noch mehr von den Brüdern).

Wie auch immer, Otavalo ist ein hübsches Städtchen mit einem imposanten Rathaus in feinstem kolonialen Baustil und bestens restauriert.

Auf dem zentralen Platz kann man das Haupt und den Ehrfurcht gebietenden Blick von Ruminahui bewundern.

Das ist ein berühmter Sohn der Stadt. Ich glaube, der war mal ein großer Kämpfer gegen die Spanier. Sein Name begegnet einem auf Schritt und Tritt. Was einerseits daran liegt, dass man einen der Vulkane südlich von Quito (direkt neben dem Cotopaxi) nach ihm benannt hat, andererseits liegt es auch daran, dass es eine Restaurantkette gibt, die seinen Namen trägt: Los Ceviches de Ruminahui. Ceviche ist eines der ecuadorianischen Nationalgerichte. Meist wird es mit Meeresfrüchten angerichtet, die in einer Sosse aus Zitrone, Petersilie und anderem Grünzeug schwimmen. Alles in allem eine kalte saure Suppe mit Schrimps. Ich finde es nicht besonders lecker.

Dann hab ich diese charmanten alten Damen gefunden.

warum gucken die denn so verträumt? Und dann gab es jede Menge blaue Ponchos und weiße Hosen zu sehen. Dazwischen Blumen, rote Rosen.

Aha, eine indianische Hochzeit.

Mannomann, eigentlich sind die viel zu jung zum heiraten. Insbesondere der Bräutigam sah sehr jung aus, gerade mal volljährig - wenn überhaupt. Aber bitte sehr, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Die traditionellen Trachten waren jedenfalls sehr hübsch anzuschauen. Ich drück mal die Daumen, dass die beiden glücklich miteinander bleiben.

von Wolfram
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Mittwoch, 16. april 2008

So, Hand auf’s Herz, wer erkennt auf diesem Bild was wieder?

Richtig! Der Typ mit dem blauen Shirt, das bin ich, das war verhältnismäßig einfach. Aber es gibt noch was, das man wieder erkenn könnte. In dem Artikel „Endlich wieder im Sattel“ sind wir genau an dieser Brücke umgekehrt. Und damals habe ich angekündigt, die Tour noch mal zu radeln, dann aber bis zum Ende in Puembo. Also habe ich dieses Rad gemietet,

habe mir eine fitte Mitradlerin gesucht und auf ging’s, zunächst bei schönstem Sonnenschein. Bis zu der Brücke waren es gut 20 km, das kennt ihr aber alles schon. Und nach kurzem Anstieg kamen dann auch die ersten Tunnel in Sicht. Zunächst eine Serie kurzer Tunnel.

Dann kam aber die Herausforderung. Ein echt langer Tunnel. Stockfinster. Wie man sieht, bin ich unbeschadet auf der anderen Seite angekommen.


Im Tunnel war es dermaßen dunkel, dass man Schwierigkeiten hatte nicht gegen die Tunnelwand zu fahren. Die ganze Zeit musste man die Ohren aufsperren und lauschen, ob irgendwelcher Gegenverkehr unterwegs ist. Da haben auch die vereinzelten Gucklöcher nicht geholfen, sie waren aber eine gute Gelegenheit, die Aussucht zu genießen.


Von der anderen Seite des Canyons sieht das so aus.

Am Ende des Weges in Puembo steht noch der alte Bahnhof – wir erinnern uns: die Strecke ist eine ehemalige inzwischen umgebaute Bahnstrecke. Der Bahnhof ist noch gut erhalten, man kann sich aber vorstellen, wie einfach hier alles ist. Mehr als ein Holzhütte ist da nicht drin.

Nach einer kleinen Rast haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Durch die Tunnel abwärts ist übrigens noch spannender als aufwärts. Und als wir noch etwa 10 km vom Ausgangspunkt entfernt waren, hat das Äquatorwetter das gemacht, was man von ihm erwartet. Pünktlich zum Nachmittag haben sich die Himmelsschleusen geöffnet und es fing an zu regnen. Und wenn es hier regnet, dann richtig,

Ungefähr 10 Minuten später war der Radweg in einen Fluss verwandelt (alles war so nass, dass der Fotoapparat im Rucksack bleiben musste). Wir waren zwar schon klatschnass, haben uns aber trotzdem lieber untergestellt. Nach einer guten halben Stunde war das Schlimmste vorüber und weiter ging’s. Zum Ende der Tour gab es dann noch das hier zu sehen:

Tomate de Arbol – Baumtomate. Eine Frucht, die es hier haufenweise im Supermarkt zu kaufen gibt. Es wächst am Baum (wer hätte das gedacht bei dem Namen?) und wenn man es aufschneidet, sieht es tatsächlich aus wie eine Tomate. Der Geschmack ist auch ähnlich, allerdings süßer und das Fruchtfleisch ist deutlich fester. Ich find’s mäßig lecker, aber als Saft, mit etwas Honig gesüßt, schmeckt das echt super.

Dann war die Tour auch schon wieder zu Ende. Etwa 60 km, ein paar hundert Höhenmeter. Scheinbar bin ich inzwischen gut an die Höhe angepasst, es ging ganz locker.

Achja, beinahe hätte ich es vergessen: letztes mal 25 Moskitostiche, diesmal keiner Dank chemischer Keule.


... und ich vermisse mein Cube! Ganz schrecklich!!!

von Wolfram
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Montag, 14. april 2008

Oh Mann, wie lange ist Ostern jetzt her? Diesen Artikel habe ich vor Wochen geschrieben, komme aber erst jetzt dazu ihn hier einzustellen. Ständig kein offener Hotspot verfügbar und die Applets vom Betreiber der Blogplattform sind mit meinem Rechner in der Arbeit nich kompatibel. Aber jetzt...

Nach dem kulturellen Erlebnis der der Karfreitagsprozession war dann am Samstag Natur angesagt. Gemeinsam mit Arturo und Alexandra habe ich mich morgens früh um 7:00 in den Trooper gesetzt, nach zwei Stunden Fahrt sind wir in Mindo angekommen.

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Ein kleines Kaff nordwestlich von Quito am Westhang der westlichen Kordilliere auf 1260 m Höhe. Im Planet und allen anderen Reiseführern wird es als Ausgangsort für Expeditionen in den Nebelwald empfohlen. Insbesondere die großen Populationen von Kolibris und Schmetterlingen werden angepriesen. Entsprechend bunt war das Treiben in den Strassen – eigentlich gibt es nur eine Strasse und auch die verdient diese Bezeichnung nur, wenn man alle Augen zudrückt. Uns war’s erstmal egal. Da wir alle nicht gefrühstückt hatten, sind wir erstmal essen gegangen. Und da wir kein richtiges Frühstück auftreiben konnten, gab es ein sehr leckeres Steak auf heißem Stein serviert.

 

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Unter all den angebotenen Touristenattraktionen erschien uns ein Besuch der Cascada Reina Victoria, dem größten örtlichen Wasserfall, das attraktivste Angebot zu sein. Um dort hin zu gelangen musste man zunächst noch ein ganzes Stück mit dem Trooper fahren. Es ging bergauf, die Piste war in erbärmlichem Zustand und Dank des ewigen Regens total matschig. Das Ziel der Fahrt: eine abenteuerliche Dschungelseilbahn. Dort angekommen wollte ich gerade feixend die Vorteile des Troopers rühmen als ein altersschwacher VW Käfer um die Ecke gebogen kam. Ich hab’ keine Ahnung, wie der es dort herauf geschafft hat, egal, ich hab’ einfach die Klappe gehalten. Also auf zur Seilbahn.

Angetrieben wird das ganze von einem ausgebauten Automotor, gesteuert hat es dieser Herr mit drei Pedalen: Gas, Bremse und Kupplung.

So ganz vertrauenserweckend war die Konstruktion nicht. Ich habe erstmal eine Inspektion gemacht. Trageseil und Rolle sahen noch ganz gut aus.

Auch die Verankerung des Trageseils im Boden war für mich noch in Ordnung.

Die Befestigung des Zugseils an der Gondel war schon etwas fragwürdiger.

Egal – auf ging’s zur rasanten Fahrt über 500m und 150 m über Grund. Dummerweise haben die sechs Leute in die Gondel gepackt, obwohl die nur 4 Sitzplätze hat. Frauen und Kinder hingesetzt, und so haben Arturo und ich einen Stehplatz ergattert. Prima, da war die Aussicht wenigstens ungestört. Und diese Türe hat die Sitzplätze auch nicht viel sicherer gemacht.

 

Dann unbeschadet auf der anderen Seite angekommen ging es dann durch den Nebelwald. Ich finde, das sieht schon ziemlich nach Dschungel aus.

 

Die Ecuadorianer meinen jedoch, mit echtem Regenwald hat das noch nicht so viel gemein. Ich bin mal gespannt, denn dahin muss ich auch noch. Für mich war dies aber schon eindrucksvoll. Statt Schmetterlingen und Kolibris hat sich die Fauna uns aber mit anderen Vertretern präsentiert. Es gab etliche Moskitos. Die hatten aber an dem Tag keinen großen Appetit auf mich haben sich lieber an Arturo und vor allem an die arme Alexandra gehalten. Malaria, Dengue, Gelbfieber? Angeblich alles kein Thema in Mindo. Naja, ungestochen habe ich mich jedenfalls sicher gefühlt. Und dann gab es noch dieses niedliche Tierchen.

 

Immer weiter in den Wald hinein, ging unser Pfad.

 

Bis wir schließlich an der Cascada Reina Victoria ankamen. Man musste zunächst noch eine Treppe erklimmen,

dann durch den Bach waten,

 

um dann in Siegerpose vor dem Wasserfall zu posieren.

 

 

Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Pflanzen bewundert. Mit großen Blättern,

 

mit großen Blüten,

 

mit haarigen Blüten

 

und mit filigranen Blüten

 

Dann mit der Seilbahn wieder zurück, mit dem Trooper den Berg hinunter und ab nach Quito, wo wir den Tag bei ein paar Bierchen beendet haben.

 

 

von Wolfram
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Montag, 7. april 2008
... bin ich nicht. Auch wenn ihr hier seit zwei Wochen nichts neues zu lesen bekommen habt. Das liegt daran, dass die Kombination einer bescheidenen Plattform (sorry over-blog) und der überaus mageren Verfügbarkeit vernünftiger Internetanschlüsse es mir in den letzten Wochen einfach nicht ermöglicht haben, Artikel mit Bildern hochzuladen. Dabei habe ich schon mehrere Artikel fertig geschrieben und die Bilder vorbereitet. Sobald ich einen geeigneten Anschluss gefunden habet, könnt ihr euch über einen Bericht aus Mindo mit sehr abenteuerlicher Seilbahn freuen.

Ausserdem war ich nochmal an der MTB Strecke, von der ich schonmal berichtet habe. Dort habe ich die Tour dann mal bis zum Ende geradelt. Das war superschön und die angekündigten Tunnel spektakulär. Es gibt da ein paar sehr schöne Fotos.

Also bleib mir bitte als Leser treu, der Blog schläft nicht ein, es gibt nur technische Probleme.
von Wolfram
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Montag, 24. märz 2008

Wie ich im Ku-Klux-Klan Artikel ja bereits geschrieben habe, gab es in der Prozession noch etliche Jesusstatuen, die durch die Strassen der ALtstadt von Quito getragen wurden. Leider war, wie geagt, die Batterie der IXUS leer und daher gibt es davon keine Fotos.

Jetzt habe ich von Einheimischen erfahren, dass es mit diesen Statuen etwas besonderes auf sich hat. Nachdem die Spanier in Ecuador eingefallen waren und die Inka niedergemetzelt haben (der tapfere Atahualpa ist in eine Falle getappt), wurden die Indos zwangsweise zum Christentum konvertiert. Da sie sich dagegen nicht wehren konnten, ihnen aber ihre alten Gottheiten sehr am Herzen lagen, haben die Künstler, die die Statuen angefertigt haben, im Inneren der Statuen Symbole der alten Gottheiten eingebaut.

Und wenn heute Jesusstatuen durch die Strassen getragen werden, so wird zeitgleich auch Pachacamac und anderen gehuldigt.

von Wolfram
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Sonntag, 23. märz 2008

Nanu, was sind denn das für Gestalten, ist die farbenprächtige Variante des Ku-Klux-Klan in Quito aufgetaucht?

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Nein, natürlich nicht. Das ist die Karfreitagsprozession. Und wenn ihr euch heute über die besondere Qualität der Bilder wundert, so liegt das daran, dass die Bilder diesmal nicht von mir aufgenommen wurden. Vielmehr bin ich der freundlichen Einladung einer jungen Dame gefolgt, die von Beruf Fotografin ist. Also habe ich ihr kurzerhand meine IXUS in die Hand gedrückt. Jetzt habe ich zahlreiche Bilder, die ich so selbst nie hinbekommen hätte.

Auf der Prozession ging es sehr farbenfroh und bunt gewandet zu. Es gab Römer,

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Musikanten,

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Zipfelmützen,

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für diejenigen, die eine grössere Sünde zu sühnen haben, gab es Kreuzbalken auf die Schultern,

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oder schwere Ketten an die Füsse,

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manche davon zu schwer, um sie nur mit den Füssen allein zu schleppen,

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die allerschwersten Sünder allerdings schleppen ganze Kreuze.

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Die Kreuze sind aus massivem Holz. Unglaublich schwer. Wir standen relativ am Beginn der Prozession, vielleicht eine halbe Stunde nach dem Startpunkt. Insgesamt dauert die Prozession fünf Stunden. Dieses "Team" musste bei uns schon kräftig kämpfen. Und man mag sich kaum vorstellen, wie k.o. die dann zum Schluss hin sind. Echt keine Show, sondern echte Sühne.

Was für eine Sünde allerdings dieser Kollege auf sich geladen hat, bleib ungeklärt. Seine Selbstkasteiung jedenfalls war besonders beeindruckend.

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Dann war leider die Batterie meiner IXUS leer und wir(?) konnten keine weiteren Bilder machen. Deshalb könnt ihr die, hinter den Sündern getragenen, Jesusstatuen in allen Grössen und Formen nicht sehen.

Nochmal ein ganz herzlicher Dank an meine Fotografin Carolina.

von Wolfram
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Mittwoch, 19. märz 2008
Nachdem ich am Freitag mit Marco und ein paar anderen Leuten die Nacht ziemlich übel durchgezecht habe, habe ich mich nach meinen samstäglichen Einkäufen mit den Mexikanern getroffen, die ihrerseits noch viel verkaterter waren. So haben wir den ganzen Samstag Nachmittag abgehangen, Kaffee getrunken und gegessen.

Also war ich am Sonntag wieder fit für neue Abenteuer. Da ich keine Verabredung hatte und die Mexikaner  noch immer verkatert waren (vielleicht auch schon wieder, ich weiss nicht, wie die den Samstag Abend beendet haben),  habe ich mich allein auf den Weg in den Bosque Protector Pasocha gemacht. Das ist ein Naturreservat mit einem vollständig unberührten Nebelwald, in dem es zu dieser Jahreszeit vor Orchideen nur so wimmeln soll. Also, rein in den Trooper und zunächst ab in den Stadtverkehr von Quito.

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Es ging durch etliche Dörfer, bis dann hinter Selva Alegre, etwa 40 km südöstlich von Quito, die Zivilisation endet. Ab hier konnte man es nicht mehr als Straße im eigentlichen Sinne bezeichnen.

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Und allerspätestens ab hier war ich wirklich froh im Trooper zu sitzen.

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Genau das richtige Gefährt für diese Strecke. Und da es inzwischen angefangen hatte zu regnen (ich hab' mich inzwischen fast dran gewöhnt, dass es jeden Tag regnet), wurde es noch ordentlich glitschig. Vom Fahrersitz aus sieht das dann so aus:

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Dann im Reservat angekommen, gibt es zunächst ziemlich viel Wasser in flüssiger Form zu sehen. In Form von Regen gab es das zwar schon die ganze Zeit, aber so dahinplätschernd war es doch viel anmutiger.

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Dann hat der Nebelwald gezeigt woher er seinen Namen hat.

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Jaja, ich weiss, auch der Nebel besteht aus Wasser im Aggregatzustand "flüssig". Aber irgendwie ist es ja doch noch anders als die Bäche und der Regen. Wenn der Nebel den Blick auf die Lanschaft freigab, hatte man tolle Landschatsformen zu bestaunen.

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Das Geographenherz schlägt höher. Und auch die Vegetation hat ordentlich was zu bieten. Dies hier sah aus wie ein Baum, in dem lauter Jukkapalmen wachsen.

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Aber sowas gibt es doch bestimmt nicht. Und so muss das wohl was anderes sein. Die im Reisführer angepriesenen Orchideen haben sich erfolgreich vor mir versteckt. Die einzige Blüte, die ich gesehen habe, sah so aus...

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... und hing mit zahlreichen Kollegen an einem grossen Busch. So meine lieben Biologen, Hobbybiologen und Ökologen: ist das eine Orchidee? Ich weiss es nicht, bin daher für Hinweise dankbar. Dann habe ich mich wieder auf den Rückweg gemacht. Und diese kleinen Sträßchen können echt eng werden, wenn einem ein Bus entgegen kommt.

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Kurz nachdem ich den Rückweg angetreten habe, hat dann auch der Regen aufgehört. Die Luft war jetzt ganz klar und die Wolkendecke hat sich sehr weit nach oben verzogen. Zusammen mit dem Abendlicht war das die perfekte Voraussetzung für diesen atemberaubenden Anblick des Pichincha.

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Die beiden Gipfel sind nur knapp unterhalb 5000 m. Der höhere von beiden hat noch rege vulkanische Aktivität. Der Schnee, den man oben sieht, hat absoluten Seltenheitswert. Ich war vollständig überwältigt. Schade nur, dass es so geregnet hat, ich werde aber auf jeden Fall nochmal hinfahren, wenn das Wetter besser ist. Vielleicht sieht dann der Trooper hinterher auch nicht so aus.

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Und dann mache ich mich auf die Suche nach den Orchideen und nach den ebenfalls vorhandenen Wasserfällen.
von Wolfram
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Montag, 10. märz 2008
Sagte ich schon, dass die Ecuadorianer unglaublich gastfreundlich und nett sind - achja, sagte ich schon. Ist aber wirklich bislang mein stärkster Eindruck hier, wie nett und offen man überall aufgenommen wird. Und so kommt es, dass ich immer wieder  eingeladen werde. So auch diesen Samstag. Olivier (ein in Quito lebender Franzose) hat mich auf die Hacienda seiner Schwiegereltern eingeladen.

Also habe ich mich  am Samstag morgens in den Trooper gesetzt, wir haben uns alle (insgesamt neun Personen) bei Olviers Wohnung getroffen. Eine bunte Ansammlung verschiedener Nationen. Das es einen Franzosen und einen Deutschen gab, wusstet ihr ja bereits. Aber es gab noch eine Deutsche, eine und einen Chilenen. Santiago, seine Freundin und noch zwei Ecuadorianerinnen haben unser Grüppchen komplettiert. Und, was soll ich sagen, zu fünft kann man auch gut im Trooper sitzen (zumindest vorne links ist ausreichen Platz). Dann ging es zunächst die Panamericana eine gite halbe Stunde nach Norden. Unterwegs gab es tolle Ausblicke suf den Cayambe, das ist einer der höchsten Vulkane hier. Leider ist mir kein Foto gelungen. Dafür gab es dann schon von der Hacienda aus einen tollen Blick auf den Cotopaxi, das ist der höchste aktive Vulkan der Erde.

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Die Hacienda wird nicht mehr aktiv bewirtschaftet, sie dient eher der Erholung am Wochenende. Trotzdem wächst hier allerhand für den  Verbrauch der  Famile: Alfalfa, Erbeeren und Avocados.

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Die haben insgesamt fünf Hunde, ein paar Kaninchen und ziemlich viele von dieser Gattung:

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Aber nicht weil sie die Tierchen so gerne streicheln, vielmehr geht hier die Tierliebe durch den Magen. So wirg ihnen mit einem Handgriff das Genick gebrochen, um sie dann zu häuten, auszunehmen und einen Tag lang in Öl und Kräutern zu marinieren. Da von uns neun Leuten nur Oliver, seine Frau, Santiago und ich diese Spezialität probieren wollten, hat es diemal nur zwei erwischt. Vor dem Grillen sehen die nicht wirklich appetitlich aus.

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Marta, die Hausangestellte, hat die Burschen dann zum Grillen vorbereitet.

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Das musste ich mir mal genauer ansehen - interessant, aber ob das schmeckt?

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Auf dem Grill haben sie dann etwas Farbe bekommen.

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... und mehr Farbe ...

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... und noch mehr Farbe ...

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... und dann waren sie fertig.

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handlich zerteilt kamen sie dann auf den Tisch.

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Zunächst habe ich es mit Messer und Gabel versucht...

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... dann mit den Fingern. Das ging besser.

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Obwohl der Geschmack gut ist, mit viel Phantasie könnte man einen Vergleich zu Geflügel ziehen, wird es wohl nicht meine neue Lieblingsspeise. Es ist kaum was dran, an den kleinen Kerlen. Die Haut war knusprig und ganz lecker, aber richtiges Fleisch gibt es nur wenig. Und so ganz konnte ich die kleinen Fellkameraden draussen im Stall auch nicht aus meinem Kopf bekommen. Also war ich froh, dass noch einiges an Würsten und Steaks auf dem Grill gelandet war und das ging dann doch etwas einfacher in den Mund.


von Wolfram
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Dienstag, 4. märz 2008
Dies ist nur als kleine Entwarnung gedacht. Ich weiss nicht, wieviel man in Deutschland davon so mitbekommt, ich habe aber schon besorgte Mails erhalten, die darauf hinweisen, dass es nicht ganz ohne Aufmerksamkeit geblieben ist.

Also, es gibt nach einem Militärschlag der Koumbianer gegen die FARC auf ecuadorianischem Territorium eine sehr angespannte Situation zwischen Ecuador und Kolumbien. Zu allem Unglück hat sich auch noch Venezuela eingemischt und attackiert Kolumbien scharf. Ecuador und Venezula haben ihre Truppen an die kolumbianische Grenze verlagert.

Erfreulicherweise geht aber Kolumbien nicht weiter darauf ein. Sie machen keine Truppenbewegungen. Und inzwischen hat auch der equadorianisch Präsident Correa einen eher diplomatischen, versöhnlichen Kurs eingeschlagen.

Hier im Büro sind heute alle wieder ganz entspannt und sehr zuversichtlich (nachdem gestern doch viel über Krieg geredet wurde), dass es keine grossen Probleme geben wird und dass die Sache zwar heftige Diskussionen nach sich ziehen wird, von einem Krieg (so wie es in manchen Deutschen Internetseiten zu lesen ist) spricht hier heute schon niemand mehr.

Also braucht ihr alle euch keine Sorgen um mich zu machen. Und die nächsten Artikel in diesem Blog werden sich wieder mit erfreulicheren Dingen befassen.
von Wolfram
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