Vielen Dank an all die Gratulanten. Ich hab mich echt über die vielen Glückwünsche gefreut. Und das dreisprachige Ständchen aus so vielen Kollegenkehlen hat mich beinahe umgehauen.
DANKE!!!
Vielen Dank an all die Gratulanten. Ich hab mich echt über die vielen Glückwünsche gefreut. Und das dreisprachige Ständchen aus so vielen Kollegenkehlen hat mich beinahe umgehauen.
DANKE!!!
Jaja, ich weiss, lange nix geschrieben. Stimmt, aber ich hab echt keine Zeit im Moment. Im Büro ist echt viel zu tun, der Spanischunterricht kostet Zeit und schliesslich hat man auch noch ein
Privatleben. Ich mache echt viele Ausflüge und so ist in der letzten Zeit die Blogpflege viel zu kurz gekommen. Aber das möchte ich nun wieder ändern und hier ist der Anfang.
Einige Sonntage ist es nun schon her, die Sonne scheint, es ist warm, Ausflugszeit. Ab in den Trooper und auf nach Mojanda. Das ist eine Bergregion auf über 4000m Höhe, bekannt für ihre schönen
Bergseen und für schlechtes Wetter. Also PanAm nach Norden bis Otavalo, links abgebogen und rauf auf den Berg. Alles bei bestem Wetter. Immer höher ging es hinauf, eine Strasse kann man es nicht
mehr nennen, es ist eine ziemlich buckelige lehmige Piste. An etlichen Stellen halb abgerutscht oder durch Bergrutsche verstellt. Aber alles kein Problem, dank dem Trooper. Oben noch um eine Ecke
und da war es dann auch, das schlechte Wetter. Gerade noch der schönste Sonnenschein, jetzt Regen. Und das entsprechend der Höhe, eiskalt. Nett ausgesehen hat es trotzdem.
Es hat offensichtlich schon eine ganze Weile geregnet, denn diese Pflanze ist wohl eigentlich ein Leben oberhalb der Wasseroberfläche gewöhnt.
Aber das mit dem Regen kann auch ganz reizvoll sein. Die dicken Tropfen auf diesen Blättern sehen doch echt super aus.
Das perlt so schön, ich frage mich, ob das der Lotusblumeneffekt ist. Naja, wie schon gesagt, warm war es nicht, geregnet hat es in Strömen und mit meiner Regenjacke ist irgendein Zöllner unterwegs. Also ist aus der geplanten Wanderung nur ein kleiner Spaziergang geworden. Ruckzuck war ich durchnässt und mir war kalt. Also: „Hasta luego, Mojanda“ Ich hab mich aus dem Staub gemacht.
Da es aber noch früh am Tag war, hat es mich nicht direkt wieder nach Quito gezogen und so habe ich mich für einen kurzen Abstecher nach Otavalo entschieden. Otavalo ist ein Städtchen, in dem vorwiegend Indianer wohnen. Die leben einerseits vom Kunsthandwerk, andererseits davon, dass sie als Musikanten durch die Welt reisen und in den Fußgängerzonen mit ihren Panflöten die Leute in die Geschäfte scheuchen (na ja, die kommen nicht alle aus Otavalo, ich glaube Peru entsendet noch mehr von den Brüdern).
Wie auch immer, Otavalo ist ein hübsches Städtchen mit einem imposanten Rathaus in feinstem kolonialen Baustil und bestens restauriert.
Auf dem zentralen Platz kann man das Haupt und den Ehrfurcht gebietenden Blick von Ruminahui bewundern.
Das ist ein berühmter Sohn der Stadt. Ich glaube, der war mal ein großer Kämpfer gegen die Spanier. Sein Name begegnet einem auf Schritt und Tritt. Was einerseits daran liegt, dass man einen der Vulkane südlich von Quito (direkt neben dem Cotopaxi) nach ihm benannt hat, andererseits liegt es auch daran, dass es eine Restaurantkette gibt, die seinen Namen trägt: Los Ceviches de Ruminahui. Ceviche ist eines der ecuadorianischen Nationalgerichte. Meist wird es mit Meeresfrüchten angerichtet, die in einer Sosse aus Zitrone, Petersilie und anderem Grünzeug schwimmen. Alles in allem eine kalte saure Suppe mit Schrimps. Ich finde es nicht besonders lecker.
Dann hab ich diese charmanten alten Damen gefunden.
warum gucken die denn so verträumt? Und dann gab es jede Menge blaue Ponchos und weiße Hosen zu sehen. Dazwischen Blumen, rote Rosen.
Aha, eine indianische Hochzeit.
Mannomann, eigentlich sind die viel zu jung zum heiraten. Insbesondere der Bräutigam sah sehr jung aus, gerade mal volljährig - wenn überhaupt. Aber bitte sehr, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Die traditionellen Trachten waren jedenfalls sehr hübsch anzuschauen. Ich drück mal die Daumen, dass die beiden glücklich miteinander bleiben.
So, Hand auf’s Herz, wer erkennt auf diesem Bild was wieder?
Richtig! Der Typ mit dem blauen Shirt, das bin ich, das war verhältnismäßig einfach. Aber es gibt noch was, das man wieder erkenn könnte. In dem Artikel „Endlich wieder im Sattel“ sind wir genau an dieser Brücke umgekehrt. Und damals habe ich angekündigt, die Tour noch mal zu radeln, dann aber bis zum Ende in Puembo. Also habe ich dieses Rad gemietet,
habe mir eine fitte Mitradlerin gesucht und auf ging’s, zunächst bei schönstem Sonnenschein. Bis zu der Brücke waren es gut 20 km, das kennt ihr aber alles schon. Und nach kurzem Anstieg kamen dann auch die ersten Tunnel in Sicht. Zunächst eine Serie kurzer Tunnel.
Dann kam aber die Herausforderung. Ein echt langer Tunnel. Stockfinster. Wie man sieht, bin ich unbeschadet auf der anderen Seite angekommen.
Am Ende des Weges in Puembo steht noch der alte Bahnhof – wir erinnern uns: die Strecke ist eine ehemalige inzwischen umgebaute Bahnstrecke. Der Bahnhof ist noch gut erhalten, man kann sich aber vorstellen, wie einfach hier alles ist. Mehr als ein Holzhütte ist da nicht drin.
Nach einer kleinen Rast haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Durch die Tunnel abwärts ist übrigens noch spannender als aufwärts. Und als wir noch etwa 10 km vom Ausgangspunkt entfernt waren, hat das Äquatorwetter das gemacht, was man von ihm erwartet. Pünktlich zum Nachmittag haben sich die Himmelsschleusen geöffnet und es fing an zu regnen. Und wenn es hier regnet, dann richtig,
Ungefähr 10 Minuten später war der Radweg in einen Fluss verwandelt (alles war so nass, dass der Fotoapparat im Rucksack bleiben musste). Wir waren zwar schon klatschnass, haben uns aber trotzdem lieber untergestellt. Nach einer guten halben Stunde war das Schlimmste vorüber und weiter ging’s. Zum Ende der Tour gab es dann noch das hier zu sehen:
Tomate de Arbol – Baumtomate. Eine Frucht, die es hier haufenweise im Supermarkt zu kaufen gibt. Es wächst am Baum (wer hätte das gedacht bei dem Namen?) und wenn man es aufschneidet, sieht es tatsächlich aus wie eine Tomate. Der Geschmack ist auch ähnlich, allerdings süßer und das Fruchtfleisch ist deutlich fester. Ich find’s mäßig lecker, aber als Saft, mit etwas Honig gesüßt, schmeckt das echt super.
Dann war die Tour auch schon wieder zu Ende. Etwa 60 km, ein paar hundert Höhenmeter. Scheinbar bin ich inzwischen gut an die Höhe angepasst, es ging ganz locker.
Achja, beinahe hätte ich es vergessen: letztes mal 25 Moskitostiche, diesmal keiner Dank chemischer Keule.
... und ich vermisse mein Cube! Ganz schrecklich!!!
Oh Mann, wie lange ist Ostern jetzt her? Diesen Artikel habe ich vor Wochen geschrieben, komme aber erst
jetzt dazu ihn hier einzustellen. Ständig kein offener Hotspot verfügbar und die Applets vom Betreiber der Blogplattform sind mit meinem Rechner in der Arbeit nich kompatibel. Aber jetzt...
Nach dem kulturellen Erlebnis der der Karfreitagsprozession war dann am Samstag Natur angesagt. Gemeinsam mit Arturo und Alexandra habe ich mich morgens früh um 7:00 in den Trooper gesetzt, nach
zwei Stunden Fahrt sind wir in Mindo angekommen.
Ein kleines Kaff nordwestlich von Quito am Westhang der westlichen Kordilliere auf 1260 m Höhe. Im Planet und allen anderen Reiseführern wird es
als Ausgangsort für Expeditionen in den Nebelwald empfohlen. Insbesondere die großen Populationen von Kolibris und Schmetterlingen werden angepriesen. Entsprechend bunt war das Treiben in den
Strassen – eigentlich gibt es nur eine Strasse und auch die verdient diese Bezeichnung nur, wenn man alle Augen zudrückt. Uns war’s erstmal egal. Da wir alle nicht gefrühstückt hatten, sind wir
erstmal essen gegangen. Und da wir kein richtiges Frühstück auftreiben konnten, gab es ein sehr leckeres Steak auf heißem Stein serviert.
Unter all den angebotenen Touristenattraktionen erschien uns ein Besuch der Cascada Reina Victoria, dem größten örtlichen Wasserfall, das attraktivste Angebot zu sein. Um dort hin zu gelangen musste man zunächst noch ein ganzes Stück mit dem Trooper fahren. Es ging bergauf, die Piste war in erbärmlichem Zustand und Dank des ewigen Regens total matschig. Das Ziel der Fahrt: eine abenteuerliche Dschungelseilbahn. Dort angekommen wollte ich gerade feixend die Vorteile des Troopers rühmen als ein altersschwacher VW Käfer um die Ecke gebogen kam. Ich hab’ keine Ahnung, wie der es dort herauf geschafft hat, egal, ich hab’ einfach die Klappe gehalten. Also auf zur Seilbahn.
Angetrieben wird das ganze von einem ausgebauten Automotor, gesteuert hat es dieser Herr mit drei Pedalen: Gas, Bremse und Kupplung.
So ganz vertrauenserweckend war die Konstruktion nicht. Ich habe erstmal eine Inspektion gemacht. Trageseil und Rolle sahen noch ganz gut aus.
Auch die Verankerung des Trageseils im Boden war für mich noch in Ordnung.
Die Befestigung des Zugseils an der Gondel war schon etwas fragwürdiger.
Egal – auf ging’s zur rasanten Fahrt über 500m und 150 m über Grund. Dummerweise haben die sechs Leute in die Gondel gepackt, obwohl die nur 4 Sitzplätze hat. Frauen und Kinder hingesetzt, und so haben Arturo und ich einen Stehplatz ergattert. Prima, da war die Aussicht wenigstens ungestört. Und diese Türe hat die Sitzplätze auch nicht viel sicherer gemacht.
Dann unbeschadet auf der anderen Seite angekommen ging es dann durch den Nebelwald. Ich finde, das sieht schon ziemlich nach Dschungel aus.
Immer weiter in den Wald hinein, ging unser Pfad.
Bis wir schließlich an der Cascada Reina Victoria ankamen. Man musste zunächst noch eine Treppe
erklimmen,
dann durch den Bach waten,
um dann in Siegerpose vor dem Wasserfall zu posieren.
Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Pflanzen bewundert. Mit großen Blättern,
Wie ich im Ku-Klux-Klan Artikel ja bereits geschrieben habe, gab es in der Prozession noch etliche Jesusstatuen, die durch die Strassen der ALtstadt von Quito getragen wurden. Leider war, wie
geagt, die Batterie der IXUS leer und daher gibt es davon keine Fotos.
Jetzt habe ich von Einheimischen erfahren, dass es mit diesen Statuen etwas besonderes auf sich hat. Nachdem die Spanier in Ecuador eingefallen waren und die Inka niedergemetzelt haben (der
tapfere Atahualpa ist in eine Falle getappt), wurden die Indos zwangsweise zum Christentum konvertiert. Da sie sich dagegen nicht wehren konnten, ihnen aber ihre alten Gottheiten sehr am Herzen
lagen, haben die Künstler, die die Statuen angefertigt haben, im Inneren der Statuen Symbole der alten Gottheiten eingebaut.
Und wenn heute Jesusstatuen durch die Strassen getragen werden, so wird zeitgleich auch Pachacamac und anderen gehuldigt.
Nanu, was sind denn das für Gestalten, ist die farbenprächtige Variante des Ku-Klux-Klan in Quito aufgetaucht?
Nein, natürlich nicht. Das ist die Karfreitagsprozession. Und wenn ihr euch heute über die besondere Qualität der Bilder wundert, so liegt das daran, dass die Bilder diesmal nicht von mir
aufgenommen wurden. Vielmehr bin ich der freundlichen Einladung einer jungen Dame gefolgt, die von Beruf Fotografin ist. Also habe ich ihr kurzerhand meine IXUS in die Hand gedrückt. Jetzt habe
ich zahlreiche Bilder, die ich so selbst nie hinbekommen hätte.
Auf der Prozession ging es sehr farbenfroh und bunt gewandet zu. Es gab Römer,
Musikanten,
Zipfelmützen,
für diejenigen, die eine grössere Sünde zu sühnen haben, gab es Kreuzbalken auf die Schultern,
oder schwere Ketten an die Füsse,
manche davon zu schwer, um sie nur mit den Füssen allein zu schleppen,
die allerschwersten Sünder allerdings schleppen ganze Kreuze.
Die Kreuze sind aus massivem Holz. Unglaublich schwer. Wir standen relativ am Beginn der Prozession, vielleicht eine halbe Stunde nach dem Startpunkt. Insgesamt dauert die Prozession fünf
Stunden. Dieses "Team" musste bei uns schon kräftig kämpfen. Und man mag sich kaum vorstellen, wie k.o. die dann zum Schluss hin sind. Echt keine Show, sondern echte Sühne.
Was für eine Sünde allerdings dieser Kollege auf sich geladen hat, bleib ungeklärt. Seine Selbstkasteiung jedenfalls war besonders beeindruckend.
Dann war leider die Batterie meiner IXUS leer und wir(?) konnten keine weiteren Bilder machen. Deshalb könnt ihr die, hinter den Sündern getragenen, Jesusstatuen in allen Grössen und Formen nicht
sehen.
Nochmal ein ganz herzlicher Dank an meine Fotografin Carolina.
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